Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 9 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Rechts, denen die Hausgehilfen und Hausangestellten heute allein unterstehen, gegenüber den besonderen Verhältnissen in der Hauswirtschaft als völlig ungenügend angesehen werden. Es ist unbedingt erforderlich, an Stelle der im November 1918 gefallenen alten Gesindeordnungen den heutigen Rechtsverhältnissen entsprechende Rechtsvorschriften zu erlassen. Die Zahl der in der Hauswirtschaft tätigen Arbeitnehmer ist absolut und gemessen an der Gesamtbevölkerung so hoch, daß die Aufgabe der Kodifizierung der Rechtsverhältnisse als dringend und unaufschiebbar bezeichnet werden muß. Die Gesamtzahl der Hausangestellten hat zwar von 1907 bis 1925 um 8.5% abgenommen (sie dürfte sich allerdings in den letzten Jahren mit zunehmender Festigung der wirtschaftlichen Verhältnisse wieder gehoben haben), auch ist die Zahl der Hausangestellten gemessen an der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. Es waren 1882 2.93% der Bevölkerung 1907 2.05 % „ 1925 1.63% „ Hausangestellte. Dennoch bedarf auch heute noch die Frage der Hausangestellten der größten Aufmerksamkeit. 1925 waren 1,325.587 Personen1) als Hausangestellte tätig; davon lebten 1,020.116 Personen1) im Haushalt des Arbeitgebers. Das sind 4.11%, bezw. 3.17% der weiblichen Bevölkerung (32,213.796) 11.55%, bezw. 8.89% der erwerbstätigen Frauen (11.477.684) Die Gruppe der in der Hauswirtschaft Beschäftigten steht bei den weiblichen Berufen (abgesehen vom Beruf der Hausfrau) an zweiter Stelle. An erster Stelle befindet sich die Gruppe der Arbeiterinnen in Industrie und Handwerk mit 1,959.454. Die Zahl der weiblichen Angestellten und Beamten in Industrie, Handwerk, Handel und Verkehr insgesamt beträgt dagegen nur 1,017.183. Besonders wichtig und unmittelbar wirksam wird die Stärke der Berufsschicht der Arbeitnehmer in der Hauswirtschaft unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten. Einschränkung oder Steigerung der Nachfrage nach Hauspersonal, vermehrtes oder vermindertes Angebot an geeigneten Kräften sind bei der Stärke der in Frage kommenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmergruppen durchaus in der Lage, das Bild, die Struktur des Arbeitsmarktes entscheidend zu beeinflußen. Di.e Lage ist heute so, daß trotz der *) davon 1.1% männliche. Diese Differenzierung bleibt als unerheblich in den folgenden Berechnungen unberücksichtigt. 161