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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-03-01 · 9 (März 1929) · page 4

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
9 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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gegeben ist. Es geht also nicht darum, einen „guten" Beruf zu suchen oder einen „schlechten" abzulehnen, sondern darum, für jeden jungen Menschen den Beruf zu finden, der seinen individuellen Anlagen entspricht, und dann dafür zu sorgen, daß er in diesem Beruf eine möglichst gute Leistungsfähigkeit erlangt. SOZIALE BERUFSFRAGEN VON S. WRONSKY, BERLIN Der soziale Beruf hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten in Deutschland entwickelt.*) Er umfaßt heute einen großen Kreis von Arbeitsgebieten: Allgemeine Fürsorge, Gesundheitsfürsorge, Jugendfürsorge, Wirtschaftsfürsorge, Gefangenenfürsorge, Gefährdetenfürsorge, Arbeitsnachweiswesen, Berufsberatung, Polizei- Fürsorge, Wanderer- und Auswandererfürsorge, Fabrikpflege. Die Ausbildungsanforderungen sind sehr weitgehend. Mindestalter von 20 Jahren, Nachweis einer besonderen Fachausbildung im Gesundheitswesen oder in einem pädagogischen Beruf oder einer erfolgreichen Berufsarbeit sind die Voraussetzungen der Aufnahme in eine der Wohlfahrts-Fachschulen, die in einem zweijährigen Kurs ein großes Stoffgebiet durcharbeiten und daneben die praktische Einführung in die soziale Arbeit durchführen. Nach einem Staatsexamen, das in den meisten deutschen Ländern heute eingeführt ist, und nach einjähriger erfolgreicher Berufsarbeit wird die staatliche Anerkennung erteilt, die heute meist bei der Anstellung in der öffentlichen Wohlfahrtspflege, vielfach auch bei der Sozialversicherung und der freien Wohlfahrtspflege gefordert wird. In der letzten Zeit ist die bisher nur für Frauen durchgeführte Berufsausbildung auch für Männer mit einer geringeren Betonung der hygienischen Seite geregelt worden. Die Aussichten in den sozialen Berufen sind in Deutschland verhältnismäßig günstig.**) Die Kommunen der Stadt- und Landkreise stellen steigend fachlich ausgebildete Kräfte ein — unter Eingliederung in die mittlere Beamtenlaufbahn — und das Arbeitsgebiet erweitert sich noch dauernd durch die Erschließung neuer Aufgaben. (Weibliche Polizei, Strafvollzug, Soziale Gerichtshilfe, Pflegeämter u. ä.) Die Voraussetzungen für den Beruf sind neben einem bestimmten Maß von Fachkenntnis in Bezug auf die Gesetzgebung, *) Alice Salomen, Die Ausbildung zum sozialen Beruf, Berlin, 1927. **) S. Soziale Berufsarbeit Nr. 7/8, 1928. In der FachaMeilung für geistige Berufe Berlin wurden in den Jahren 1924/1927 Wohlfahrtspflegerinnen neu gemeldet und vermittelt: Berufsgruppen Arbeitsgesuche 1924 192S 1926 1927 Gesundheitsfürsorge Jugendwohlfahrt Wirtsch. Fürsorge 237 215 126 288 208 64 312 278 109 362 306 162 Insgesamt 578 560 699 830 156

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