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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1929-02-01 · 8 (Februar 1929) · page 23

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
8 (Februar 1929)
Date
1929-02-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Arbeitsnachweises erklären. Wir verlangen deshalb bevorzugte Inanspruchnahme des jüdischen Arbeitsnachweises sowie die Bereitstellung genügender Mittel zum Ausbau derselben. Die jüdische Gemeinde und die jüdischen Firmeninhaber haben die moralische Pflicht, das Elend und die Not durch Gewährung von Arbeit zu lindern." ORGANISATION Wir konnten in der letzten Nummer dieser Zeitschrift berichten, daß die Vorlage betreffs Subventionierung der zu errichtenden Arbeiterkolonie der Tagung des Großen Rates des Preussischen Landesverbandes vom 16. Dezember vorliegen würde. Bedauerlicherweise ist die Abstimmung über unseren Antrag, der erneut von Herrn Professor Türk vertreten wurde, wiederum hinausgeschoben worden. Damit ist für uns wichtige Zeit verloren gegangen. Der Wohlfahrtsausschuß des Preussischen Landesverbandes, das zuständige Fachgremium des Verbandes, hat sich ebenfalls mit der Frage der Arbeiterkolonie beschäftigt und folgende Resolution gefaßt (S. auch Bericht des Wohlfahrtsausschusses): „Der Wohlfahrtsausschuß bedauert, daß der Rat des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden bisher die Schaffung der geplanten Arbeiterkolonie nicht ermöglicht hat und bittet dringlich, die erforderlichen 30.000 Mark baldigst zu bewilligen." Des weiteren ist es uns gelungen, eine ganze Anzahl von Mitgliedern des Verbandstages für unser Projekt zu interessieren. Es ist von Persönlichkeiten aller Parteien dem Verbandstage, der am 3. Februar stattfindet, ein Antrag mit folgendem Wortlaut eingereicht worden: ,,Der Verbandstag wolle beschließen: Gemäß der auf Antrag von Herrn Professor Türk angenommenen Resolution der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände und gemäß dem einstimmijen Beschluß des Wohlfahrtsausschusses des Landesverbandes der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge 30.000 Mark zur Errichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie zu bewilligen/' Gleichzeitig hat die liberale Fraktion von sich aus einen ähnlichen Antrag dem Verbandstag unterbreitet. Des weiteren beschäftigte sich die Generalversammlung des Provinzialverbandes Sachse n-A n h a 11 mit dem Projekt der Arbeiterkolonie. Nach ausführlicher Diskussion wurde folgende Resolution gefaßt: „Der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Sachsen- Anhalt anerkennt die Wichtigkeit der Gründe einer jüdischen Arbeiterkolonie zur Unterbringung von Durchwanderern und Strafentlassenen, um anstatt der unproduktiven Almosen die Möglichkeit zu produktiven Arbeiten zu geben und ihre Ueberführung in das normale Erwerbsleben zu erleichtern. Die außerordentliche Generalversammlung des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Sachsen-Anhalt empfiehlt den angeschlossenen Gemeinden die Unterstützung dieses Planes durch Bewilligung einer einmaligen Beihilfe. Als Beitrag ist für diesen Zweck eine Summe von 3000 Mark vorgesehen." Schließlich ist in aller Kürze zu berichten, daß der geschäftsführende Vorstand der Haupt stelle für jüdische Wanderfürsorge am 13. Januar beschlossen hat, den Reichsvorstand der Hauptstelle sowie die Generalversammlung für Anfang März einzuberufen. Wohlfahrtsausschuß des Preussischen Landesverbandes. Kinderfürsorge. — Arbeiterkolonie. — Bevölkerungspolitik. — Haushaltungsschulen. — Gerichtshilfen. Am Sonntag, den 6. Januar 1929 hielt der Wohlfahrtsausschuß des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Türk seine Wintersitzung ab. Ein kleiner Rest der ihm für die materielle Förderung von Organisationen und Anstalten zur Verfügung gestellten Mittel wurde an einige Altersheime, Waisenhäuser und Erholungsheime verteilt. Für das neu gegründete Erziehungsheim in Marburg wurde mit Rücksicht darauf, daß die Anstalt im Anfang nur eine kleine Zahl von Zöglingen aufnehmen solle und sich daher noch nicht wirtschaft- 151

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