Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 6-7 (Dezember 1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Dieses Problem der anhaltend sicli vettscMecMemden ökonomischen Lage der jüdischen Bevölkerung Polens hat schon die Aufmerksamkeit manch eines Wirtschaftspolitikers in Polen selbst auf sich gelenkt, jedoch noch nicht das gebührende Interesse der berufenen jüdischen Instanzen geweckt. Erst in letzter Zeit isit ein jüdischer autoritativer zentraler Wirtschaftsrat geschaffen worden, dessen Funktion es ist, Materialien über die ökonomische Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen zu sammeln, Sanierungspläne auf zustellen und diese in die Wirklichkeit umzusetzen; jedoch kann man sich nicht darüber hinwegtäuschen, daß hierfür nicht viele Möglichkeiten /bestehen. Auf jeden Fall stehen vorläufig sowohl die jüdischen Massen als «auch ihre Führer der bedrohlichen katastrophalen Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen machtlos gegenüber. ZUR ORGANISATION DER ÜBERÖRTLICHEN ARBEITSVERMITTLUNG VON JÜLICH-OBERHAUSEN Vorbemerkung Neben wichtigen organisatorischen Aufgaben dar Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitenachweise war ihr wesentlich praktischer Zweck darin zu sehen, den Versuch der überörtlichen Arbeitsvermittlung, d. h. den Ausgleich von Angebot und Nachfrage innerhalb der verschiedenen jüdischen Arbeitsnachweise zu machen. Zweijährige Bemühungen haben nicht allzugroße Erfolge auf diesem schwierigen Geibiete gezeitigt. Die immeir wieder erneut aufgenommenen Bestrebungen der Zentrale nach den verschiedensten Richtungen hin waren stets von Fehlschlagen begleitet. Das hat seinen wesentlichen Grund darin, daß das Netz der jüdischen Arbeitsnachweise so weitmaschig ist, daß von einem Ineinanderarbeiten der einzelnen Bezirke nicht die Rede sein kann. Des weiteren war das sehr natürliche Bestreben der einzelnen Arbeitsvermittler zu verzeichnen, offene Stellen an die Zentrale zur Weitererledigung nicht abzugeben, weil man immer wieder hoffte, die Stelle selbst besetzen zu können. Hochqualifizierte Bewerber, denen man im Augenblick keine Stelle nachweißen konnte, wurden ebenfalls nur ungern zur Weitervermittlung gemeldet, hingegen war ein stärkerer Abschub von solchen Personen zu verzeichnen, die außerordentlich schwer vermittlungsfähig waren. Aus diesen Gründen mußte das Ausgleichssystem der Zentrale (fortlaufende Listen, Veröffentlichung aller offenen Stellen und Bewerber) wenig fruchthar bleiben. Damit diese® Ausgleichssystem sinnvoll und umfassender wird, ist es notwendig, das Netz der jüdischen Arbeitsnachweise enger zu gestalten, die Qualifikation der Arbeitsvermittler nach jeder Richtung hin zu heben, schließlich darauf zu drängen, daß das unfruchtbare Ansammeln von offenen Stellen und den noch unfruchtbareren Abschub von unqualifizierten Bewerbern unterbleibt. Auch wird das heute vorhandene System der Stellenwerbiung viel weiter ausgebaut werden müssen. Der nachfolgende Aufsatz, den wir dem Reichsasrbeitsmarkt-Anzeiger vom 4. Dezember 1928 entnommen haben, gibt einen sehr interessanten Ueberblick über die gleichen Fragen im Zusammenhang 106