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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-12-01 · 6-7 (Dezember 1928) · page 2

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
2 (1928-1929)
Issue
6-7 (Dezember 1928)
Date
1928-12-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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auf statistische Erhebungen und Ergebnisse beziehen, die zwanzig und mehr Jahre zurückliegen. Die statistische Erhebung müßte ein Bild geben über die berufliche Gliederung des Wandererstroms, über das Alter der Wanderndein und die Zeitdauer der (Wanderung, über ttie letzte Beschäftigungisdauer vor der Wanderung, über die spezifischen Wanderungszeiten und Wanderungsziele. Wer die organisatorischen Verhältnisse auf dem Gebiete der Wandererfürsorge Deutschlands kennt, weiß, daß eine derartige umfassende Gesamtstatistik für die nächsten Jahre nicht zu erwarten ist. Deshalb verdient eine vor kurzem erschienene Arbeit, die sich allerdings nur auf statistische Erhebungen des Bezirksverbandes Wiesbaden stützt, höchste Aufmerksamkeit (Adolf Schell, Der wandernde Arbeitslose im Aufgabenkreis der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Aufbau und Ausbau der Fürsorge, Veröffentlichungen des Deutschen Vereines für öffentliche und private Fürsorge. Heft 13). Das Ziel, nach dem hin sich diese statistische Untersuchung orientiert, kann nach dem Titel nicht mehr fraglich sein: die objektive Möglichkeit und der objektive Sinn der sozialpolitischen Auffassung des Wandererfürsorgeproblems stehen zur Diskussion, oder wie es Schell formuliert: in welchem Umfange wir die Wanderer als Arbeitslose ansprechen dürfen und ob ihre Einbeziehimg in die Einrichtungen der Arbeitslosenversichenmg gerechtfertigt und notwendig ist. Die Untersuchimg stützt sich auf ein Umfragematerial von 35.000 Fällen. Sicherlich keine allzugroße Zahl im Vergleich mit der Gesamtwanderung Deutschlands; aber es ist anzunehmen, daß dieser Zahl typische Bedeutung zukommt insofern, als dem Erhebungsgebiet (Bezirk Wiesbaden und Frankfurt a. M.) selbst eine solche beizumessen ist. Zu welchen Ergebnissen kommt nun die Untersuchung? Die Altersgruppen von 18—25 Jahren beherrschen mit ca, 70 Prozent den Wandererstrom (Altersgliederung der unterstützenden und seßhaften Erwerbslosen ist ähnlich). Der größte Teil aller Wanderer ist unverheiratet (85.6%). Unter dem Gesichtspunkt der Berufsgliederung beterachtet, finden wir Angestellte 5.3 Prozent und Arbeiter 94.7 Prozent (seßhaft erwerbslos hingegen: Angestellte 8 Prozent, Arbeiter 92 Prozent). Davon waren unqualifizierte Arbeiter 33.7 Prozent, aus der Metallverarbeitung 17 Prozent, Baugewerbe 8.1 Prozent, Nahrungßmittelgewerbe 6.5 Prozent, Bekleidungsgewerbe 5 Prozent, Lsandwirtscbaf t 4.2 Prozent usw. Gewerkschaf tlich organisiert waren nur 8.6 Prozent aller Wanderer. Vor der Abwanderung hatten 32.4 Prozent mehr als 26 Wochen gearbeitet, 20.2 Prozent 13—16 Wochen und 47.4 Prozent weniger als dreizehn Wochen. (Unter der alten Erwerbslosenfürsorge hätten demnach mehr als 50 Prozent Anspruch auf Erwerbslosenfürsorge gehabt, aber auch unter der neuen Versicherungsform haben es mehr als ein Drittel.) Die Wanderungsdaiier ist zumeist eine kurze: 61 Prozent bis 13 Wochen, 24 Prozent 13—26 Wochen und nur 15 Prozent mehr als 98

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