Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 5 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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sind, stattgefunden haben.*) Man muß aber darauf achten, daß auth die Angaben des Jahres 1926 nicht den Anspruch absoluter Richtigkeit erheben können. Insbesondere gilt dies für die jüdische Masse, die in den Städten wohnt. Die sogenannten nichtarbeitenden Elemente der städtischen Bevölkerung haben unter dem Sowjetregime, das jede private Initiative verfolgt, ihre Einkünfte aus „Nichtarbeitsquellen44 möglichst zu verheimlichen gesucht und sich, soweit dies nur irgend möglich war, als Arbeitende deklariert. Die Sowjetpresse, insbesondere die jüdischen Zeitungen, waren während der Zählung voll von Schilderungen der Zählungsbeamten über das Bestreben gewisser Bevölkerungskreise, ihre wirkliche Beschäftigung zu verheimlichen und sich lieber als Arbeits- oder Berufslose denn als Händler eintragen zu lassen. Wenn wir dabei noch beachten, daß in der jüdischen Masse die Zahl der Händler ohne Erlaubnis, Hausierer und ähnlicher Elemente sehr groß ist, ergibt sich daraus, daß gerade diese Gruppe tatsächlich viel größer sein muß, als es die Ergebnisse der Zählung des Jahres 1926 zeigen. Aber auch trotz diesen Fehlern ist die Zählung des Jahres 1926 die einzige, die es uns ermöglicht, die gegenwärtige soziale Physiognomie der jüdischen Bevölkerung kennen zu lernen. Die Zählung des Jahres 1926 teilt die jüdische Bevölkerung in fünf Gruppen ein: Westjuden, Krimjuden, Bergjuden, grusinische und mittelasiatische Juden. Die allgemeinen Zahlen der jüdischen Bevölkerung im Sowjet verbände sind demnach: Westjuden ......... 2,600.945 Bergjuden ......... 25.866 Grusinische Juden ...... 21.157 Mittelasiatische Juden..... 18.047 Krimjuden ........._6.383 Insgesamt..... 2,672.398 Im ehemaligen jüdischen Ansiedlungsrayon und in den Städten Großrußlands wohnen ausschließlich Westjuden, die übrigen oben bezeichneten Gruppen haben im Kaukasus, in Usbekistan und in Turkmenistan ihren Wohnsitz. Die Krimjuden wohnen in der autonomen Krimrepublik. Zur Darstellung und Beurteilung der sozialen Gliederung der jüdischen Bevölkerung stehen die statistischen Ergebnisse über die ökonomisch-aktiven Elemente der Westjuden zu unserer Verfügung, die über selbständige Einkünfte verfügen: in der Ukraina, in Weißrußland, in Moskau und Leningrad. *) Unter den Sowjets haben früher bereits zwei Zählungen stattgefunden, und war 1920 und 1923. Die Zählung des Jahres 1920 fand in der Zeit des Bürgerkrieges unter chaotischen Bedingungen statt. In einer Anzahl Gouvernements des ehemaligen jüdischen Ansiedlungsrayons konnte die Zählung überhaupt nicht stattfinden. Die Zahlung des Jahres 1923 umfaßte nur die städtische Bevölkerung. 78