Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 5 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2709108-2709128-2709133--354-2709542- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Tabelle 1. Die Zahl der Erwerbstätigen innerhalb der jüdischen Bevölkerung (in Tausenden). Republik öder Stadt Zahl der Juden Zahl der Erwerbstätigen Prozentsatz der Erwerbstätigen im Verhältnis zur gesamten jüdischen Bevölkerung Ukraina 1,574.4 612.0 38.8 Weißrußland 407.1 150.9 37.1 Moskau 131.2 70.5 53.4 Leningrad 84.5 43.4 51.3 Insgesamt 2,197.2 876.8 40.0 Diese zur Verfügung stehenden Zahlen der erwerbstätigen Juden umfassen 2,197.000 Seelen, d. s. 84,5% der Westjuden und 82,2% der gesamten jüdischen Bevölkerung. Sie sind deshalb typisch für die Lage des gesamten russischen Judentums. Die erwerbstätigen Elemente betragen bei den Juden 40% der Bevölkerung. Im Jahre 1897 betrug der Prozentsatz nur 30%, d. h., daß der Prozentsatz der Juden, die selbständige Einnahmen haben, in den letzten dreißig Jahren wesentlich größer geworden ist. Diese Vergrößerung um ein Drittel erklärt sich zum Teil aus den verschiedenen Methoden, die von den statistischen Komitees in den Jahren 1897 und 1926 angewandt wurden. 1926 wurden als ökonomisch-aktiv alle Personen gezählt, die in irgendeiner Form selbständige Einnahmen haben, selbst dann, wenn diese Einnahmen so gering waren, daß der Lebensunterhalt auf Kosten der Angehörigen bestritten werden mußte. Als selbständig wurden auch die Mitglieder der Familien gezählt, die in irgendeiner Form das Familienoberhaupt in seiner Arbeit unterstützen. Aus diesen Gründen ist die Zahl der Erwerbstätigen sehr vergrößert worden. Insbesondere gilt dies für die Landwirtschaft, wo als selbständig alle Mitglieder der Familie gezählt wurden, die sich an der landwirtschaftlichen Arbeit beteiligen, unabhängig vom Alter. Im Jahre 1897 wurden hingegen nur die Oberhäupter der Bauernfamilien als selbständig arbeitend anerkannt. Diese Methode vergrößert die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesamtbevölkerung des Sowjetverbandes, damit auch bei den Juden. Aber abgesehen davon, ist zweifellos die Steigerung des Prozentsatzes der Erwerbstätigen eine Folge der neuen Lebensbedingungen. In erster Linie muß hier das Anwachsen der ökonomischaktiven Elemente bei den Frauen verzeichnet werden. Für die jüdische Bevölkerung hat diese Tatsache eine besondere Bedeutung. Auf dem Lande hat sich die Frau seit jeher an der Landwirtschaft aktiv beteiligt. Die jüdische Städterin war aber nur zum geringen Teil wirtschaftlich - aktiv tätig. Auf Grund der Zählung im Jahre 1897 bildeten die Frauen 21 % der ökonomisch- 79