Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 2 (1928-1929)
- Issue
- 1-2 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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hat speziell in den Ländern, in denen die Bewegung vorher nicht bekannt war, die Konzentrierung der jüdischen wirtschaftlichen Kräfte in den Genossenschaften aufmunternd auch auf vom Judentum schon sich loslösende Teile gewirkt. Dabei ist besonders an gewisse früher zu Ungarn gehörende Gebiete der Tschechoslowakei, also Subkarpatien, aber auch an Transsylvanien und Alt-Rumänien zu denken. Die Festigung der geldlichen Wirtschaft im Osten in der Periode harter Kämpfe, die ihr bevorsteht, wird zu einem wesentlichen Teil von der inneren Stärke der jüdischen Kredit- Genossenschaftsbewegung und der Hilfe abhängen, die ihr noch für eine Reihe von Jahren die auf dem Gebiete der Genossenschaftsbewegung konstruktiv tätigen ausländischen Organisationen werden angedeihen lassen müssen. DIE EINSTELLUNG DER JÜDISCHEN MÄDCHEN ZU DEN HAUSBERUFEN VON LUCIE ZOBEL, BERLIN Alle diejenigen Stellen, die sich mit der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung Jugendlicher beschäftigen, machen die Er fahrung, daß der Beruf der Hausangestellten von den Mädchen nur ungern ergriffen wird. Da in diesem Beruf in steigendem Maße sich ein Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entwickelt, werden von den interessierten Kreisen immer wieder Versuche gemacht, junge Kräfte dafür zu gewinnen. Leider scheitern diese Bemühungen fast ausnahmslos an dem Widerstand der in das Berufsleben eintretenden Jugend. Die Versuche, dem Beruf der Hausgehilfin Nachwuchs zu erziehen, werden weniger von Berufsberatungsstellen als von denjenigen Organisationen gemacht, die sich mit der fürsorgerischen Betreuung weiblicher Jugendlicher beschäftigen. Fürsorgeerziehungsanstalten. Mädchenheime. Heime für obdachlose und gefährdete Mädchen schicken immer noch trotz gegenteiliger Bestrebungen einen großen Teil ihrer Zöglinge in Haushaltsstellen, für die sie ihrer ganzen Veranlagung und Eigenart nach häufig sehr ungeeignet sind. Für die normale Jugend werden von den verschiedensten Organisationen Haushaltungsschulen eingerichtet, und es ergibt sich dann, daß diese Ausbildungsstätten gut besucht und häufig sogar überfüllt sind. Diejenigen Kreise, die an der Heranziehung des Nachwuchses für den hauswirtschaftlichen Beruf stark interessiert sind, glauben damit den Beweis führen zu können, daß die Erlernung der Hauswirtschaft von seifen der Mädchen doch erwünscht sei. und daß es nur einer geschickten Propaganda für diese Schulen bedürfe, um dem Arbeitnehmermangel im Haushalt abzuhelfen. Prüft man jedoch die Berufswünsche der Schülerinnen der Haushaltungskurse, so stellt sich heraus, daß der größte Teil der 14