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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-06-01 · 12 (Juni 1928) · page 12

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
12 (Juni 1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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RUNDSCH AU Produktive Fürsorge der Breslauer Synagogengemeinde I. Tätigkeit des Jüdischen Arbeitsnachweises im Jahre 1927. Als vor fast zwei Jahren die Zentralisation der bestehenden jüdischen Arbeitsnachweise beschlossen wurde, war trotz allem zur Schau getragenen Optimismus nicht jeder der an der Neugründung beteiligten Männer und Frauen überzeugt, daß diese Institution sich bewähren würde. Der einzige bestehende jüdische Arbeitsnachweis in Deutschland, der irgendwie als Vorbild hätte dienen können, bestand in Berlin, und es bedarf keiner Erwähnung, daß die unverhältnismäßig viel größere Zahl der jüdischen Bevölkerung Berlins in bezug auf die Arbeitsmöglichkeiten und Methoden keinen Vergleich zuließ. Der mit Skepsis unternommene Versuch kann heute im allgemeinen als geglückt bezeichnet werden, wenngleich auch seine Unvollkommenheit nicht verschwiegen werden soll. Nur die klare Erkenntnis der Schwächen vermag in einer höchst praktischen Institution zu bessern. Es folgen hier zunächst die Zahlen der Meldungen und Vermittlungen im Jahre 1927: Neu- Ver¬ Monat Petenten meidungen mittiungen Januar 582 84 48 Februar 630 90 44 März 576 87 47 April 4% 56 37 Mai 483 53 35 Juni 419 53 34 Juli 363 55 29 August 472 80 33 September 511 72 36 Oktober 512 84 40 November 675 106 40 Dezember 547 80_33 6266 900 456 Die Vermittlungen verteilen sich wie folgt: Kaufmännische Angestellte, männlich . 36 5 Kaufmännische Angestellte, weiblich .136 24 Hausangestellte .... 86 19 Kindermädchen .... 50 7 Handwerker, männlich. 16 3 weiblich .11 2 davon sabbathfrei davon sabbathfrei Arbeiter, Arbeiterinnen. Aushilfen.....61 24 Nachhilfestunden ... 4 — Lehrlinge, männlich . . 17 7 weiblich . . 20 9 Wohnungen, möblierte Zimmer...... 19 — 456 98 Zahl der Anfang Februar 1928 gemeldeten Stellungsuchenden: Männer ... 294 Lehrlinge. . 16 310 Frauen . . . 274 Lehrmädchen . 15 289 599 In vorstehenden Zahlen sind die Vermittlungen nicht einbegriffen, die für die Not Standsarbeiten des Jüdischen Wohlfahrtsamtes (Friedhofsarbeiten, Schreibstube) und für die Gelegenheitsarbeiten aus Wohlfahrtsmitteln (Peah) getätigt wurden. Diese Zahlen sprechen an sich eine sehr erfreuliche Sprache, wenn man bedenkt, daß der Zeitraum, den sie umfassen, das Ende des ersten und Dreiviertel des zweiten Jahres der Tätigkeit des Arbeitsnachweises ist. Diese Ausführungen aber sollen mehr der Kritik dienen, die für diese Arbeit immer wieder erforderlich und für die jeder Mitarbeiter stets dankbar ist, wenn sie die Bewältigung der Aufgaben des Arbeitsnachweises fördert. Zwei Tatsachen fallen dem kritischen Beobachter der obigen Zahlen ins Auge. Zunächst der geringe Prozentsatz von Vermittlungen männlicher Stellungsuchender und dann die geringe Anzahl von vermittelten Lehrstellen. Der erste Punkt liegt zum Teil darin begründet, daß der Arbeitsnachweis die Nachfolge der Stellungsvermittlung der Loge übernommen hat, die fast ausschließlich weibliche Stellenvermittlung betrieb. Dann werden bei männlichen Vakanzen meist spezialisierte Kräfte verlangt, z. B. als Konfektionär, Lagerist, Verkäufer bestimmter Branchen, während bei weiblichen Kräften zumeist nur allgemeine Kenntnisse (Stenographie, Schreibmaschine, Buchhaltung) benötigt werden. Schließlich aber liegen die Ursachen nicht zum wenigsten in den Konjunkturschwan- 240

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