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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-04-01 · 10 (April 1928) · page 15

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
10 (April 1928)
Date
1928-04-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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In den amerikanischen Arbeiterkreisen betrachtet man die Einschränkungsgesetze für die Einwanderung als Schutz gegen die Konkurrenz billiger Arbeitskräfte aus dem Ausland. Der Präsident der Federation, Green, erklärte, daß die „Einschränkung der Einwanderung vom politischen und wirtschaftlichen Standpunkt eines der besten und klügsten Gesetze war, die jemals im Kongreß erlassen wurden." Es ist sehr verkehrt zu meinen, wie man dies des öfteren in der fremdsprachigen Presse des Landes findet, daß nativistische Strömungen in der Hauptsache für die Einwanderungseinschränkungen verantwortlich sind; sie kommen unzweifelhaft dazu, ebenso wie die Bemühungen angloamerikanischer Kreise, die Vereinigten Staaten soweit wie möglich, „englisch" zu erhalten. Sehr aktuelle Gründe treten aber als mächtige Triebfedern hinzu, wie aus den Auslassungen der Vertreter der Arbeiterschaft hervorgeht; es fragt sich nur, bis zu welchem Punkte man diese Einschränkungspolitik treiben kann, ohne die Interessen des Landes zu schädigen. Die Befürworter der Einschränkungspolitik setzen sich nicht zum kleinsten Teil auch aus denjenigen Elementen zusammen, welche die Zuwanderung von radikalen Arbeitern verhindern wollen; allem Anschein nach werden dem nächsten Kongreß eine Anzahl von Maßnahmen unterbreitet werden, welche hierauf Bezug nehmen. BÜCHERSCHAU Wohlfahrtspflege. Eine Auswahl der wichtigsten und neueren Literatur unter Mitarbeit des Archivs für Wohlfahrtspflege und des Deutschen Archivs für Jugendwohlfahrt. Herausgeber: Deutsche Frauenbuchhandlung, Charlottenburg. 5.1927 Die Schrift bringt eine dankenswerte Zusammenstellung der wichtigsten Literatur der Wohlfahrtspflege, übersichtlich nach folgenden Sachgebieten geordnet: Sozialpolitik, Bevölkerungspolitik, Fürsorgewesen, Jugendwohlfahrt, Kriminalität (Prostitution), Gesundheitsfürsorge, Wohnungswesen, Pädagogik und Psychologie. Sie ermöglicht eine leichte Orientierung über die gerade in den letzten Jahren besonders stark angewachsene wohlfahrtspflegerische Literatur. Kr. Kommentar sti dem Gesetz vom 16. Juli1927 Uber Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Herausgegeben von Stadtrat Dr. Fischer in Nürnberg. 1. Lieferung. Verlag W. Kohlhammer in Stuttgart. Preis M. 10,— Ausfuhrungsvorschriften zum Gesetz Uber Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, herausgegeben v. Dr. Weigert, Verlag Reimar Hobbing. Das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat eine Fülle von Kommentatoren gefunden. In Nr. 6 dieser Zeitschrift ist bereits auf einige dieser Kommentare hingewiesen worden. Eine wertvolle Bereicherung erfährt die Literatur durch den Fischersehen Kommentar. Er zeichnet sich im Gegensatz zu dem Weigertschen offiziellen Kommentar, der Sachbearbeiter der zuständigen Regierungsstellen, durch eine fundierte und umfassende Gründlichkeit aus. Er ist von Praktikern geschrieben und demgemäß für den praktischen Handgebrauch außerordentlich gut brauchbar. Eine endgültige Stellungnahme wird allerdings erst nach vollständigem Erscheinen des Kommentars möglich sein. Wie vorauszusehen war, sind seit dem Erscheinen des Gesetzes eine Fülle von Ausführungsvorschriften zur Arbeitsnachweisfrage und Arbeitslosenversicherung ergangen. Der nunmehr vorliegende Ergänzungsband des Weigertschen Kommentars bringt eine übersichtliche Zusammenstellung dieser Ausführungsvorschriften nach dem Muster des früher erschienen Gesamtkommentars. Es wäre zu wünschen, daß der offizielle Kommentar im Zusammenhang mit dem soeben erschienenen Band der Ausführungsvorschriften eine einheitlichere Zusammenfassung und nochmalige Durcharbeit erfährt. Kr. ArbeitsfUrsorge. Schriften des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. (Bericht über den 40. Deutschen Fürsorgetag in Hamburg). Verlag G. Braune in Karlsruhe 1927. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge zu Frankfurt a. M. hatte bei seiner letzten Hamburger Tagung das Problm der Arbeitsfürsorge in seinem ganzen Umfange zur Debatte gestellt. Es kamen zur Verhandlung die Fragen der Arbeitsfür- 211

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