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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-04-01 · 10 (April 1928) · page 14

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
10 (April 1928)
Date
1928-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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discher Kriegerwitwen zur Aufgabe gesetzt hat. Es handelt sich darum, über den Verbleib der im Kriege vermißten Ehegatten dieser Witwen, die nach dem jüdischen Religionsgesetz nicht wieder heiraten dürfen, Nachforschungen anzustellen. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin N 24, Oranienburger Str. 29, errichtet daher eine Sammelstelle, die alle Mitteilungen über die im deutschen Reiche verstorbenen jüdischen Kriegsgefangenen der alten russischen Armee zusammenstellt und der „Agunoth" zuleitet. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden bittet alle Synagogengemeinden des Reiches, ihm möglichst eingehende Mitteilungen über die auf den Friedhöfen der Gefangenenlager oder der Gemeinden bestatteten russichen Kriegsgefangenen zukommen zu lassen. Es wird in jedem Falle gebeten, soweit möglich, nicht nur die bürgerlichen, sondern auch die hebräischen Namen und Daten oder sonstigen Kennzeichen der Verstorbenen anzugeben. Ergebnis der Einwanderungsbeschränkungen nach den Vereinigten Staaten Nach einem Bericht der Einwanderungsbehörden wurden in dem am 30. Juni 1927 endenden Jahre 538 001 Ausländer in den Vereinigten Staaten zugelassen, während insgesamt 253 508 abreisten; die Nettozunahme der fremden Bevölkerung betrug demnach 284 493. Weniger als ein Drittel der im Lande zugelassenen Ausländer kam aus Quotenländern, nämlich 158 070 von den 538 001. Das größte Einwandererkontingent stellen jetzt Kanada und Mexiko, für welche das Quotengesetz nicht gültig ist. Aus Kanada kam in dem Berichtsjahr die größte Einwanderung: 81 506; es folgen Mexiko mit 67 721, Deutschland 48 513, Irischer Freistaat 28 054, Großbritannien 24 160, Italien 17 297 usw. Die National Industrial Conference hat die Einwanderungsverhältnisse während der dreijährigen Periode des Quotengesetzes vom 30. Juni 1924 bis 30. Juni 1927 einer eingehenden Prüfung unterzogen; es wurde festgestellt, daß die Anzahl der eintreffenden Einwanderer aus Großbritannien und Irland geringer als vor dem Kriege war, im Durchschnitt jährlich 52 154, gegen einen Durchschnitt von 81 549 in den drei Jahren 1912, 1913, 1914. Dies wird jedoch zum großen Teil durch eine beträchtliche Zunahme der Einwanderung aus Kanada und Neufundland ausgeglichen. Aus diesen britischen Dominien kamen in den letzten Jahren durchschnittlich jährlich 93 567, im Vergleich zu 71977 in der Vorkriegsperiode. An Stelle von Italien ist Mexiko als Herkunftsland der größten fremdsprachigen Einwanderung getreten; vor dem Kriege war die durchschnittliche mexikanische Einwanderung 15 349, im Vergleich zu durchschnittlich 47 621, seitdem das Einwanderungsgesetz von 1924 in Kraft ist. Wie oben erwähnt, kamen letztes Jahr 67 721 Mexikaner nach den Vereinigten Staaten, wobei hervorgehoben wird, daß durchschnittlich weniger als 5% nach Mexiko zurückkehren oder sonstwie die Vereinigten Staaten verlassen. Demgegenüber steht die Tatsache, daß mehr Italiener das Land verlassen, als eintreffen. Seit dem Jahre 1924 landeten insgesamt 32 846 Italiener, während 65 092 die Vereinigten Staaten verließen, also eine Nettoabnahme von 32 246 in den drei Jahren. Man vergleiche hiermit, daß in den drei Jahren vor dem Krieg die Nettozunahme der italienisch sprechenden Bevölkerung 447 465 war. Nach der Rasse ist die jetzige Einwanderung vorwiegend nordeuropäisch. Seitdem das Einwanderungsgesetz des Jahres 1924 in Kraft ist, fallen fünf Sechstel der Zunahme der fremden Bevölkerung auf Großbritannien, Irland, Kanada, Deutschland und die skandinavischen Länder. Die Einwanderung aus Deutschland ist tatsächlich größer als vor dem Krieg, sie betrug seit dem Jahre 1924 durchschnittlich 48 334 jährlich, gegen 32 717 in den Jahren 1912, 1913, 1914. Man ist jetzt bestrebt, die mexikanische Einwanderung einzudämmen; die in der American Federation of Labor organisierte Arbeiterschaft hat dieserhalb im letzten panamerikanischen Arbeiter-Kongreß eingehende Verhandlungen mit den mexikanischen Vertretern gepflogen. Der mexikanische Arbeitsminister Morones ist auch in Wort und Schrift tätig, um die Mexikaner von der Abwanderung nach den Vereinigten Staaten zurückzuhalten. 210

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