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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-03-01 · 9 (März 1928) · page 22

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
9 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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tive von Hias-Ica-Emigdirect begründete und von diesen Gesellschaften gestützte Arbeitsvermittlungsbüros für jüdische Einwanderer. Jüdisch-soziale Schulungswoche In Gemeinschaft mit der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstalten das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands, die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, die Vereinigte Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise und andere Organisationen eine jüdisch-soziale Schulungswoche vom 18.—23. März 1928. Die Vorträge finden in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Berlin N 24, Artilleriestraße 14, statt. Der Kursus wird Sonntag, den 18. März, 20 Uhr durch einen Vortrag von Frau S. Wronsky-Berlin über „Neuzeitliche Wohlfahrtspflege (Wandlungen der Ideen, Begriffe und Methoden)" eröffnet. Folgendes Tagungsprogramm ist vorgesehen. A. Fragen der Arbeitsfürsorge — Durchführung der Reichsfürsorgeverordnung: 1. Ueber produktive Sozialpolitik (Dr. Frieda Wunderlich); 2. Durchführung der Reichsfürsorgeverordnung (Stadtrat Dr. Muthesius, Dr. Bergel); 3. Fragen der Arbeits^ fürsorge und das jüdische Arbeitsnachweiswesen (Dr. Kreutzberger); 4. Jüdische Wanderungen und Wanderfürsorge (S. Adler-Rudel); 5. Ausgewählte Fragen aus dem Ausländerrecht (R.-A. Dr. Fraustäctter). B. Ausgewählte Themen aus der Sozialpädagogik. 1. Fragen der Fürsorgeerziehung (Direktor Schlosser); 2. Schwererziehbare Kinder (Dr. Stahl, Frl. v. d. Leyen); 3. soziale und pädagogische Bedeutung der Kindergärten und Horte (Frl. Fürst); 4. soziale Gerichtshilfe (Frl. Meyer); 5. die schulentlassene Jugend (Frl. Karminski, Dr. Lubinski). C. Volksbelehrung als Aufgabe der Gesundheitsfürsorge. 1. Volksbelehrung als Aufgabe der Gesundheitsfürsorge (Dr. Philipsborn, Frl. Neufeld); 2. Sozialhygiene (Dr. Goldmann); 3. Sozialversicherung (Frl. Israel); 4. Sonderaufgaben der Gesundheitsfürsorge: a) Tuberkulosenfürsorge (Dr. Samson), b) Geschlechtskrankenfürsorge (Dr. Löwenstein). Die Teilnahme an der jüdisch-sozialen Schulungswoche steht den Mit- 194 arbeitern der jüdischen Wohlfahrtspflege, den Herren Rabbinern, Lehrern und Lehrerinnen und den in der Wohlfahrtspflege tätigen Aerzten und Juristen offen. Anmeldungen sind zu richten an die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin N. 24, Oranienburgerstr. 69. AUS DER PRAXIS Ist eine Aufklärung der Oeffentlichkeit Uber unsere Tätigkeit notwendig? Unsere Arbeit vollzieht sich innerhalb der vier Wände des Hauses. Hier werden die Unterstützungsbedürftigen abgefertigt und damit der Straße und den Privathäusern entzogen. Dieses unser Hauptziel wird nicht immer erreicht. Wir sind in besonderen Fällen gezwungen, die Bittsteller abzuweisen, wenn ihre Wünsche den Richtlinien der Wanderfürsorge widersprechen. Dann pflegen sich die Abgewiesenen zur Durchsetzung ihrer Wünsche an die Gemeindemitglieder zu wenden. Diese sind über die genauen Zwecke und Ziele unserer Organisation wenig oder gar nicht informiert und können es daher nicht verstehen, warum solche Bittsteller von den Kassen abgewiesen werden. Sie fühlen sich unnötig behelligt und legen dies unseren Fürsorgestellen zur Last. Dafür büßen diese erheblich an Popularität ein, und die Neigung der Gemeindemitglieder zur materiellen Stützung unserer Kassen ist im Abnehmen begriffen. Demgegenüber erscheint die Frage berechtigt, ob die breitere Oef f entlich - keit nicht eingehender als bisher über unsere Tätigkeit informiert werden müßte. Wir in Königsberg haben das für notwendig und nützlich erachtet und daher als erste Veröffentlichung in der Februarnummer des „Königsberger Jüdischen Gemeindeblattes" im Anschluß an eine statistische Uebersicht über die Wanderbewegung 1927 folgendes gebracht: „Die Uebersicht über die Wanderbewegung des Jahres 1927 ergibt gegen 1926 eine geringe Zunahme. Eine mäßige Erhöhung hat auch die Zahl derjenigen Personen erfahren, die wir aus organisatorischen und Zweckmäßigkeitsgründen abweisen mußten. Es handelte sich dabei im wesentlichen um Wanderarme, die ohne Papiere über Danzig hier eintrafen und

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