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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-03-01 · 9 (März 1928) · page 23

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
9 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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zwecks Arbeitssuche teils Berlin, teils Belgien als Reiseziel angaben. Aus folgendem Auszug der „Wanderordnung", welche für sämtliche jüdischen Fürsorgestellen verbindlich ist, ergibt sich die Unmöglichkeit derartiger Beförderungen: § 3. Gibt der Wanderer an, zu einer festen Arbeitsstelle zu reisen, so ist vor Weiterbeförderung die Richtigkeit seiner Angabe zu überprüfen. § 4. Weiterbeförderung eines Wanderers zwecks „Arbeitssuche" ist nur in Ausnahmefällen vorzunehmen, wo die Lage des Arbeitsmarktes ein derartiges Unternehmen von vornherein aussichtsreich erscheinen läßt. § 5. Wanderer, die zu Verwandten reisen, sind erst dann zu befördern, wenn festgestellt wurde (brieflich, telephonisch, telegraphisch), daß die Verwandten die Hinreise wünschen und bereit sind, für das vorläufige weitere Fortkommen zu sorgen. § 7. Reisen nach dem Auslande zwecks Arbeitssuche oder -aufnähme sind nur dann zu fördern, wenn gültige Pässe und langfristige Einreisevisen für das Einreiseland vorliegen. Diese Bestimmungen sind nicht am grünen Tisch ersonnen, sondern aus langjähriger Praxis erwachsen. Nur durch ihre genaue Befolgung kann ein zweckloses Hin und Her der Wanderer vermieden werden, die ihr Ziel doch nicht erreichen und die Kassen nur unnötig belasten. Wenn wir demnach die Wünsche dieser Bittsteller nicht erfüllen konnten, stellten wir ihnen doch ohne weiteres Fahrkarten zur Rückreise zur Verfügung. Durch Hilfe von Privatpersonen ist einigen die Weiterreise ermöglicht worden mit dem Erfolge, daß sie nach langen Kreuz- und Querfahrten durch Deutschland schließlich doch gezwungen waren, sich in ihre Heimat zurückbefördern zu lassen. Im übrigen sei noch besonders hervorgehoben, daß die Abweisungen immerhin nur einen Bruchteil der Gesamtfälle darstellen. Jeder wirklich hilfsbedürftige Wanderer erhält nach wie vor Rat und Unterstützung, und wir hoffen, daß dank der Opferbereitschaft unserer Gemeindemitglieder und der Provinz gemeinden unsere Fürsorgestelle stets in der Lage sein wird, zum Segen der Aermsten der Armen zu wirken." M. Hoff mann, Königsberg. ORGANISATION Provinzialkasse Oberschlesien Am 19. Februar fand anläßlich der Beratungen eines Ausschusses des oberschlesischen Synagogenverbandes die Konstituierung der rrovinzialstelle Oberschlesien für jüdische Wanderfürsorge statt. Zum Vorsitzenden wurde Herr Justizrat Kochmann-Gleiwitz, zum 1. Stellvertreter Herr Rechtsanwalt Ehrlich-Beuthen, zum 2. Stellvertreter Herr Handelsgerichtsrat Grünewald-Beuthen gewählt. Die Geschäftsführung wurde Herrn Rektor Schürmann übertragen. Die Hauptstelle war durch Herrn Adler-Rudel vertreten. Provinzialkasse Westfalen Am 26. Februar fand in Dortmund die Generalversammlung des Centraiarmen Verbandes für Westfalen und angrenzende Bezirke als Zweigstelle der Haupt stelle im Zusammenhang mit der Jahrestagung des Sozialen Ausschusses für jüdische Wohlfahrtspflege in Westfalen statt. Die Generalversammlung genehmigte den Finanzabschluß und den neuen Etat in gleicher Höhe wie im vergangenen Jahre. Es wurde allgemein festgestellt, daß die Tätigkeit der Provinzialkasse Bochum für alle Gemeinden der Provinz eine wesentliche Entlastung bedeutet. Die Hauptstelle war durch Herrn Dr. Kreutzberger vertreten, der ein Referat über „Produktive Erwerbslosenfürsorge" hielt. BÜCHEREINGÄNGE Bericht des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes, Teil I. (Verlag Internationales Arbeitsamt Genf). Deutsches Judentum und Rechtskrisis (Philo-Verlag, Berlin). Jaehn, W., Wer wirft den ersten Stein? (Mädchenschicksale unserer Zeit, aufgezeichnet nach den Wahrnehmungen in der weiblichen Wohlfahrtspflege). Verlag Walter Hädecke, Stuttgart). Mailänder, Die Wandererfürsorge in Württemberg. (Verlag Chr. Scheufeie, Stuttgart). Weisl, Wolf gang v„ Zwischen dem Teufel und dem Roten Meer (Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig). Wiener, Dr. Alfred, Kritische Reise durch Palästina (Philo-Verlag, Berlin). 195

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