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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-02-01 · 8 (Februar 1928) · page 20

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
8 (Februar 1928)
Date
1928-02-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Wanderern insgesamt 21 879 Dollar erspart. Die berufliche Vorbereitung umfaßte 232 Auswanderer, die Kosten hierfür betrugen 2 187 Dollar, demnach ca. 10 Dollar pro Kopi. 4-9 Personen wurden in technischen Berufen ausgebildet. Die sprachliche Vorbereitung, die sehr zufriedenstellende Ergebnisse aufwies, umfaßte 744 Schüler die in 30 Kursen unterrichtet wurden, und zwar in den Sprachen Englisch und Spanisch. In den südamerikanischen Einwanderungsländern sind von ca. 8 000 Einwanderern 2 735 betreut und unterstützt worden. 1050 Frauen und Mädchen, deren Ankunft den Organisationen in den Einwanderungsländern telegraphisch avisiert war, wurden von diesen empfangen und, bis sie ihre Verwandten gefunden hatten, betreut. Im Rahmen der Konferenz Hias- Emigdirekt erstattete noch der Vertreter dieser Organisation in Genf, Herr Zwi A b e r s o n , ein sehr ausführliches Referat über die politische Arbeit in Genf im Zusammenhang mit der Flüchtlings- und Emigrationsfrage. Bei der Bedeutung, die dieses Referat auch für die Arbeit in Deutschland hat, werden wir es in einer der nächsten Nummern möglichst ungekürzt .zum Abdruck bringen. Aus den Beschlüssen der Konferenz Hias-Emigdirekt ist der Beschluß hervorzuheben, daß eine Delegation der drei vereinigten Organisationen Hias- Ica-Emigdirekt nach Südamerika entsandt wird, um dort stärkeren Kontakt mit den jüdischen Organisationen zwecks Vergrößerung der Einwanderungsmöglichkeiten herzustellen. Ferner wurde der neu gewählten Exekutive als Wunsch der Konferenz empfohlen, in Europa einen Fonds zwecks Gewährung garantierter Darlehen an Emigranten zur Bestreitung der Reisespesen und zum Ankauf von notwendigen Handwerksgeräten zu schaffen. Am Schluß der iiias-lca-Emigdirekt- Konferenz wurden verschiedene Beschlüsse angenommen, die die landwirtschaftliche, berufstechnische und sprachliche Ausbildung der Wanderer, den Schutz der Frauen und Mädchen, Vereinheitlichung der Schiffahrtspoliy tik und den Ausbau der Organisation betreffen. Das jüdische Aufbauwerk im Osten Der letzten Councilsitzung der American Joint Reconstruction Foundation lag der gedruckte Bericht der Managing Directors, Dr. Bernhard Kahn und Dr. Louis Oungre, über die Arbeiten der Organisation von ihrem Beginn, 15. Mai 1924 bis Dezember 1926 vor. Der Bericht schildert in großen Zügen die ökonomische Lage und soziale Gestaltung der Judenheiten der östlichen Länder nach dem Kriege, die ein Eingreifen der jüdischen Hilfsorganisationen auf konstruktiver Basis in neuenFormeii notwendig machte. Die American Joint Reconstruction Foundation, kurz „Foundation" genannt, ist aus der Cooperation des Reconstruction Departements des Joint Distribution Committee und der Ica erwachsen. Bei der Liquidierung des Reconstruction Departements im Jahre 1924 und auch wiederholt in den späteren Jahren wurden zwischen Joint und lca finanzielle Vereinbarungen getroffen, um die Foundation mit den nötigen Mitteln auszustatten. Beide Organisationen führen durch die Foundation ihre konstruktive Hilfsarbeit in Osteuropa außer Rußland gemeinsam, vor allen Dingen auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens. Die Foundation ist eine selbständige Körperschaft nach englischem Recht, der außer je 6 Vertretern der beiden finanzierenden Organisationen noch acht Vertreter der europäischen Judenheit angehören. Präsident der Foundation ist Herr Franz Philippson und Vizepräsident Colonel Herbert H. Lehmann. Der Bericht gibt ein Bild der außerordentlichen Ausdehnung der Arbeit der Foundation und des erfreulichen und unaufhörlichen Wachstums der von ihr kreditierten und zum Teil geschaffenen Organisationen des jüdischen Genossenschaftswesens. Die kreditgenossenschaftliche Bewegung breitet sich besonders aus in Polen, — wo heute 340 Kassen vorhanden sind, — den verschiedenen Teilen Rumäniens, mit 67 Kassen. In Lettland bestehen 21 Genossenschaften und in der Tschechoslowakei 15. Alles in allem bestehen jetzt 535 Genossenschaften in den verschiedenen Ländern. In allen diesen Ländern ist auch ein ununterbrochenes Wachstum der Zahl der genossenschaftlich organisierten Familien festzustellen, das sich auch im Jahre 1927 fortgesetzt hat. So betrug die Mitgliederzahl der jüdischen Kassen in Polen zu Ende des Jahres 1926 über 107 000, während sie 168

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