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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-02-01 · 8 (Februar 1928) · page 7

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
8 (Februar 1928)
Date
1928-02-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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sieben neue Kolonien gegründet, während zwei im Kriege eingegangen sind. Die deutschen Arbeiterkolonien sind zusammengefaßt im „Zentralvorstand deutscher Arbeiterkolonien", dessen Vorsitzender Herr Ministerialdirektor von Meyeren in Berlin ist. Die Einrichtungen der Wandererfürsorge sind fast sämtlich Schöpfungen der freien Liebestätigkeit. Das hat darin seinen besonderen Grund, weil so viel innerlich notleidende Menschen zu uns kommen; denn die Ursache der äußeren Not ist in den meisten Fällen die innere Not, Familiennot, Jugendnot, Willensschwachheit, Erbanlage, Schuld, Verführung usw. Darum muß unsere ganze Arbeit getragen sein von dem Willen zur inneren Hilfe. Die innerlichsten Kräfte liegen in der Religion; wo diese Kräfte wirken, da wird die tiefgreifendste Hilfe gewährt. Wenn darum die Wandererfürsorge ncht nur nach großen Zahlen sehen will, sondern wenn ihr der Mensch höher steht als alle Betriebe, wenn die Einzelpersönlichkeit zur Geltung kommen soll, dann müssen die Mitarbeiter und Leiter erfüllt sein von dem täglichen Willen zum Dienen und Opfern. Durch diese Kräfte sind einst die Anstalten geworden, durch dieselben Kräfte müssen sie auch immer wieder um Erneuerung ringen. Möge es gelingen, durch Zusammenfassung aller Kräfte persönlicher und sachlicher Art, durch Gesetz und Liebesarbeit, durch Behörden und freie Vereine endlich dahin zu kommen, daß es möglich ist, allen Arbeitsuchenden wirklich Arbeit zu geben, alle Schwachen entsprechend zu beschäftigen, allen Obdachlosen ein Heim zu geben, allen Bettel überflüssig zu machen, möge es aber auch ebenso gelingen, alle arbeitsscheuen und liederlichen Gestalten der Straße wieder an Ordnung und Arbeit zu gewöhnen. Die Segenskräfte der Arbeit, der Heimat und der Charakterstärke den entwurzelten Menschen wieder zu schenken, das ist das Ziel der christlichen Wandererfürsorge. DIE NEUE JÜDISCHE KREDIT-GENOSSENSCHAFT VON JAMES GOLDSCHMIDT, BERLIN, MITGLIED DES VORSTANDES DER BERLINER GEMEINDE In der letzten Nummer dieses Blattes (Januar-Ausgabe) hat Herr Dr. Fritz Lamm über die Jüdische Darlehnskasse geschrieben und Bestrebungen erwähnt, diese Darlehnskasse in eine Kredit- Genossenschaft umzuwandeln. In der Tat haben dahingehende Beratungen stattgefunden — ihr Resultat ist aber der Entschluß gewesen, die Darlehnskasse, die bei zwar selbständiger Leitung doch als ein Teil des Wohlfahrtsamtes anzusehen ist, in ihrer jetzigen Form bestehen zu lassen. Einmütig war man der Ansicht, daß bei der großen wirtschaftlichen Not die Darlehnskasse mit ihrem caritativen Charakter nicht zu entbehren ist und der weitaus größte Teil der dieses Wohlfahrts-Institut in Anspruch nehmenden 155

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