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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1928-01-01 · 7 (Januar 1928) · page 14

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
7 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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die Stadt geht diesen Weg, obwohl auch hier die Zahl der jugendlichen Erwerbslosen sehr stark zurückgegangen ist. Dieser „Hort für Tugendliche" dürfte auch im Zusammenhang mit der Frage des Ausbaus der Schutzaufsicht erweiterte Bedeutung gewinnen. DIE JÜDISCHE DARLEHNSKASSE VON DR. FRITZ LAMM Wenn man das vor kurzem vom Archiv für Wohlfahrtspflege neu herausgegebene „Graubuch46 (Die Wohlfahrtseinrichtungen der Stadtgemeinde Berlin) zur Hand nimmt und sich über die Möglichkeit einer Darlehnsbeschaffung unterrichten will, so findet man im Sachregister fünf Nummern. Geht man diese durch, so trifft man auf folgende Einrichtungen: die Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands (für Kriegsbeschädigte im weitesten Sinn), den Albertus-Magnus-Verein (für katholische Studierende), den Asriel-Verein Adaß Jisroel, die Israelitische Union und endlich die Jüdische Darlehenskasse G. m. b. H. Bei dieser Wanderung durch das Graubuch fällt zweierlei auf: einmal die relativ geringe Zahl caritativer Darlehnseinrichtungen überhaupt, sodann das Ueberwiegen jüdischer Einrichtungen dieser Art. Das erstere mag daran liegen, daß eine große Zahl von Wohlfahrtsstellen Darlehen gewährt, ohne es besonders hervorzuheben — es sei nur an die städtischen Bezirkswohlfahrtsämter gedacht — das zweite folgt aus der wirtschaftlichen Struktur der jüdischen Bevölkerung, dem aus historischen Gebundenheiten sich ergebenden Ueberwiegen des Handels. Die Jüdische Darlehnskasse ist einer der jüngsten Zweige am Baum der Berliner jüdischen Wohlfahrtspflege. Sie wurde 1924 gegründet. Aber sie ist die Hüterin einer achtzigjährigen Tradition als Nachfolgerin des seit 1846 wirksam gewesenen Vorschußvereins für hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Dieser Verein hat sich bis in die Kriegszeit hinein unter tatkräftiger und umsichtiger Leitung als wichtiges Glied der Wohlfahrtspflege bewährt. Er hat in den Jahren 1894 bis 1918 über 3% Millionen Mark für etwa 12 950 Darlehen aufgewendet, im Jahresdurchschnitt 550 bis 600 mit einem Betrage von je 250—300 Mark. Die Geldentwertung der Inflationsperiode traf auch den Vorschußverein bis ins Mark. Von seinem Vermögen blieb bis auf einen kleinen Rest nichts übrig. Man legte sich deshalb innerhalb des Wohlfahrtsamtes der Gemeinde wie im Verein jüdischer Handwerker nach der eingetretenen Stabilisierung der Währung die Frage vor, wie man dem Kreditbedürfnis der großen Zahl dem Mittelstand angehöriger Glaubensgenossen nachkommen könne. Man sah von einer Wiederbelebung des Vorschußvereins mit Rücksicht auf die große Schwierigkeit der Wiedergewinnung einer hinreichenden Zahl von Ver- 138

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