Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- 7 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Weitere Ausgaben: Boten-Fahrgeld und Fuhrlohn zum Abholen der Gegenstände monatlich ca. 350 M. Schuhmacher- und Schneiderei-Zutaten 350 M. Neuanzuschaffende Wirtschaftsgegenstände monatlich 500 M. Hinzu kommt das Gehalt des Leiters. Gesamtausgaben : Die Gesamtunkosten (Löhne und Realausgaben) betragen monatlich ca. 6000 M. Einnahmen : Die Einnahmen sind minimal, da die Kleiderkammer ein rein unterstützendes Unternehmen ist. Für Abfälle gingen monatlich ein 200 M. Eingang: Von 450 Spendern (Monatsdurchschnitt) wurden 1770 Stück der verschiedensten Wirtschaftsgegenstände abgeholt und aufgearbeitet. Ausgang : Im Monatsdurchschnitt werden ca. 1000 Petenten abgefertigt. Sie konnten mit folgenden Bekleidungsstücken bzw. Wirtschaftsgegenständen versehen werden (diese Zahlen sind im Monatsdurchschnitt errechnet): 150 Herrenanzüge, 125 Herrenmäntel, 175 Paar Herrenschuhe, 175 Herrenwäschegarnituren, 200 Paar Socken. 75 Damenmäntel, 135 Damenwäschegarnituren, 175 Paar Damenstrümpfe, 50 Paar Damenschuhe. 50 Knabenanzüge. 250 Kinderwäschegarnituren, 30 Mädchenkleider, 300 Paar Kinderstrümpfe, 90 Paar Kinderschuhe. 25 Garnituren Bettwäsche, 35 Bettstellen und Matratzen. 35 Sofas. 5 Garnituren Küchenmöbel. Der Marktpreis der ausgegebenen Sachen dürfte einen Marktwert von 6500 M. darstellen. Die zweijährigen Erfahrungen, die auf erweiterter Grundlage mit der Kleiderkammer gemacht worden sind, berechtigen zu dem Urteil, daß hier eine der sinnvollsten Unternehmungen der Wohlfahrtspflege der Jüdischen Gemeinde ins Leben gerufen worden ist. Der augenblicklich bestehende Umfang dieses Institutes wird beibehalten werden müssen: Einmal befriedigt das Arbeitsergebnis der dort beschäftigten Personen den notwendigen Bedarf des Wohlfahrts- und Jugendamtes an Kleidungs- und Wirtschaftsgegenständen, dann aber auch darf das Wohlfahrtsamt nicht ein Instrument zugrunde gehen lassen, das ihm jederzeit die Möglichkeit gibt, unabhängig von den Schwankungen des Arbeitsmarktes einer größeren Zahl Erwerbsloser Arbeit und Verdienst zu geben. Vielleicht wird sich im Laufe der nächsten Zeit erreichen lassen — und diesem Ziel sollen die Versuche der nächsten Monate gelten, — daß neben die rein unterstützende Tätigkeit der Kleiderkammer eine Art Verkaufsinstitut treten soll, das den verarmten Mittelstandsschichten Gelegenheit gibt, Wirtschaftsgegenstände (gegen Selbstherstellungspreis) billigst zu erwerben, ohne daß damit irgendwie der Gedanke einer Unterstützung verbunden ist. Eine ganze Anzahl Brockensammlungen der Städte haben diesen Weg nicht ohne Erfolg betreten. 133