Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- 7 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Berufsberatungsstelle und Lehrstellenvermittlung für Knaben und Mädchen. Die Erhaltung des Arbeitsnachweises erfolgt zum größten Teil aus den Zuwendungen der Jüdischen Gemeinde Berlin. Die die Arbeitsgemeinschaft bildenden Vereine, und zwar der „Verein für Arbeitsnachweis" und das „Jüdische Arbeitsamt" haben ihre Mitgliedsbeiträge der Arbeitsgemeinschaft voll zur Verfügung gestellt. Bei dem Ausbau des Arbeitsnachweiswesens aber decken die auf diese Weise hereinkommenden Gelder kaum einen Bruchteil der Ausgaben. Ueber den Umfang der Arbeitsbeschaffung und die Inanspruchnahme des Arbeitsnachweises gibt die folgende Tabelle, die die Zahlen für die Jahre 1926 und 1927 enthält, ein ungefähres Bild: Mel¬ Ver¬ Mel¬ Ver¬ 1926 dunmitt¬ 1927 dunmittgen lung gen lung Kaufm. Abtlg. 1916 408 \ Männl. Abtlg. Kaufm. Abtlg. 1654 901 \ Männl. Abtlg. Fach-Arbeiter 1177 530 (Meldung.: 4578 Fach-Arbeiter 1329 674 f Meldung.; 4457 Ung. Arbeiter 1310 981 i Vermittelt: 1936 Ung. Arbeiter 1275 998 i Vermittelt: 2632 Freie Berufe 175 17 ) Frequenz: 42812 Freie Berufe 199 59 ) Frequenz: 43338 Kaufm. Abtig. 2380 1180 \ Welbl. Abtlg. Kaufm. Abtlg. 2590 1806 \ Weibl. Abtlg. Gewerbl. „ 667 482 f Meldung.: 4560 Gewerbl. „ 625 402 ( Meldung.: 4952 Hauspersonal 1222 673 i Vermittelt; 2398 Hauspersonal 1416 925 i Vermittelt: 3233 Freie Berufe 291 63 / Frequenz: 34964 Freie Berufe 321 100; Frequenz: 25881 Zusammen: 9138 4334 Zusammen: 9409 5865 JÜDISCHE BERUFSBERATUNG VON LUCIE ZOBEL Seit ungefähr einem Jahrzehnt beschäftigt sich die jüdische Oeffentlichkeit intensiv mit der Frage der Berufsumschichtung. Soll Berufsumschichtung einen Sinn haben, so muß sie bei den eben Schulentlassenen einsetzen. Um die Ueberleitung Jugendlicher zum Handwerk möglich zu machen, ist die sorgfältige Arbeit einer gut organisierten Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung notwendig. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde zu Anfang des Jahres 1922 die Berliner Jüdische Berufsberatung gegründet. Das rasche Anwachsen dieser Stelle hat die Notwendigkeit der Gründung bewiesen. Während zu Anfang die Tagesfrequenz zirka 5 bis 7 Kinder betrug, beträgt sie heute in den Schulabgangsmonaten 50—60 Kinder. Berufsberatung muß lange vor der Schulentlassung beginnen. Niemals darf sie eine Unterhaltung einer einzigen Sprechstunde sein, sondern sie ist, richtig verstanden, die Zusammenarbeit mit dem jungen Menschen, die es ihm möglich macht, sich selbst für einen Beruf zu entscheiden. Notwendig ist daher, daß der Berufs- 128