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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-11-01 · 5 (November 1927) · page 20

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
5 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Provinzialkasse in Mannheim errichtet, die bereits ihre Tätigkeit begonnen hat. Den Verhandlungen mit den jüdischen Organisationen des Auslandes über ein möglichst enges Zusammenarbeiten, die bereits zu einem Abkommen mit der Tschechoslowakei geführt haben, folgten Beratungen mit maßgeblichen Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinden der Schweiz, die von Dr. Kreutzberger geführt, das Ergebnis zeitigten, daß insbesondere die an der Grenze liegenden größeren Gemeinden sich prinzipiell bereit erklärten, in engem Zusammenhang mit unserer Organisation zu arbeiten. In einer später stattf indenden Tagung der •vSchweizer Gemeinden soll über die Errichtung einer Organisation der Wanderfürsorge, ähnlich der in Deutschland, verhandelt werden. Auf Initiative und unter Mitwirkung der Hauptstelle fand eine Tagung der österreichischen Gemeinden statt, in der das Referat zur Organisation der Wanderfürsorge von S. Adler-Rudel erstattet wurde. Die Tagung schloß mit dem Ergebnis, daß zum 1. Januar 1928 eine der deutschen Organisation ähnliche Wanderfürsorge für Oesterreich errichtet wird, die im engsten Einvernehmen mit der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge in Deutschland ihre Tätigkeit ausüben soll. Die Punkte 8 und 9 der Tagesordnung betreffs eines Merkblattes für Wanderer und genereller Neuordnung der Statistik wurden für eine spätere Tagung der beamteten Persönlichkeiten zurückgestellt. Zu Punkt 10 der Tagesordnung betreffs einer Tagung der an der praktischen Arbeit beteiligten Persönlichkeiten wurde beschlossen, im Laufe des Winters eine derartige Tagung einzuberufen, die sich mit den technischen Fragen der Gesamtarbeit beschäftigen soll. Zu Punkt 11 der Tagesordnung, Besuch aller Provinzial- und Landeskassen durch Vertreter der Hauptstelle, wurde beschlossen, die Hauptstelle zu ersuchen, im Laufe eines Jahres möglichst alle Provinzialkassen, unabhängig von Tagungen und Sitzungen, zur Aussprache und zur Erledigung praktischer Fragen zu besuchen. Die Sitzung des Hauptvorstandes, die ein außerordentlich umfangreiches Arbeitspensum erledigt hat, wurde durch Herrn Chassel, Hamburg, mit einem Dank an Herrn Eugen Caspary für seine vorzügliche Leitung geschlossen. HAUPTVERSAMMLUNG DER DREI CHRISTLICHEN WANDERERFÜRSORGE¬ VERBÄNDE IN EISENACH Am 21. und 22. Oktober 1927 tagte in Eisenach die Hauptversammlung der drei christlichen Wandererfürsorgeverbände. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Pastor Braune, dem Geschäftsführer der drei Wandererfürsorgeverbände, über „Die reichsgesetzliche Regelung der Wanderer fürsorge. Darstellung, Probleme und Vorschläge". Der Referent zeigte in höchst interessanter Weise, auf welch lange Geschichte die Versuche zur gesetzlichen Regelung der Wandererfürsorge innerhalb Deutschlands zurückblicken. Schon seit 40 Jahren werden Anstrengungen zur gesetzlichen Regelung gemacht. Im Mai 1925 wurde von den drei Wandererfürsorgeverbänden ein Entwurf zur Regelung ausgearbeitet und den zuständigen Behörden überreicht. Dieser Entwurf hat in der Oeffentlichkeit Gegenvorschläge, insbesondere des Vereins für öffentliche und private Fürsorge hervorgerufen. Der Referent untersuchte in ausgezeichneter Weise insbesondere folgende vier Fragen: Ist die reichsgesetzliche Regelung notwendig? Ist die Wandererfürsorge eine Angelegenheit der Wohlfahrtspflege oder der Sozialpolitik? Wie ist der Begriff hilfsbedürftiger Wanderer zu verstehen? Wer soll der Lastenträger der Neuregelung sein? Ueber die Notwendigkeit der reichsgesetzlichen Regelung besteht bei allen Beteiligten eine einhellige Meinung. Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, daß die organisierten Gebiete einen starken Wanderungsrückgang, 104

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