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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-11-01 · 5 (November 1927) · page 16

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
5 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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…/2709108-2709109-2709113--110-2709287
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DAS DEUTSCHE NATIONALKOMITEE ZUR BEKÄMPFUNG DES MÄDCHENHANDELS UND DIE OSTJUDENEINWANDERUNG Zu dem unter diesem Titel erschienenen Aufsatz in der Nr. 3/4 dieser Zeitschrift stellt uns die Jüdische Arbeiterfürsorge in Breslau Abschrift eines Schreibens des Herrn Polizeipräsidenten, Breslau zur Verfügung, in dem der Herr Polizeipräsident zu den Behauptungen des Reg. Rat Kundt Stellung nimmt. Aus diesem Schreiben ist zu ersehen, daß die in der Darstellung des Arbeiterfürsorgeamtes gegebene Richtigstellung zu den Behauptungen des Herrn Kundt auch vom Herrn Polizeipräsidenten in Breslau, soweit es sich um seinen Amtsbereich handelt, geteilt wird. Der Polizeipräsident 111/175/27 Breslau, 7. September 1927. Auf ihr Sdireiben vom 28. Juli 1927, Tgb. Nr. S/B. 518/27 teile ich Ihnen ergebenst mit, daß die in dem Bericht des Regierungsrat Dr. Kundt enthaltenen Angaben nicht vom Polizeipräsidenten Breslau stammen. Von dem früheren leitenden Grenzkommissariat, das sich bei der Regierung Breslau befand, sind seinerzeit Listen angefertigt worden, die die nach Deutschland illegal eingereisten Personen der Zeit von 1922—26 erfaßten. Diese Listen wurden dem Regierungsrat Dr. Kundt, der im Jahre 1926 im Auftrage einer Zentralstelle Schlesien bereiste, vorgelegt. Wie aus den Listen hervorgeht, sind in den ersten zehn Monaten des Jahres 1926 237 Personen wegen unerlaubten Grenzübertritts festgenommen worden. Unter diesen befinden sich 79 jüdischer Religion. Unter den letzteren befand sich 1 Person, die wegen Beihilfe zum unerlaubten Grenzübertritt bestraft wurde. Die in dem Bericht des Regierungsrat Dr. Kundt gemachten Angaben, daß in den ersten zehn Monaten des Jahres 1926 100 Menschenschmuggler festgestellt wurden, unter denen sich 54 jüdischer Religion befanden, beruhen anscheinend auf irrigen Informationen . Ich kann aus meinen Erfahrungen bestätigen, daß die Jüdische Arbeiterfürsorge jederzeit behilflich gewesen ist, den nach Deutschland kommenden Ostjuden die Rückkehr in ihre Heimat auf schnellstem Wege zu ermöglichen. Sie hat auch bei der Heimbeförderung derjenigen jüdischen Personen, die aus Frankreich und Belgien in ihre Heimat zurückkehrten, helfend mitgewirkt, Fälle von Mädchenhandel sind hier nicht bekannt geworden. Kleinböhmer 100

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