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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-11-01 · 5 (November 1927) · page 7

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
5 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ZIELE UND WEGE DER WANDERFÜRSORGE VON BERNHARD FEILCHENFELD, KÖLN Am 27. Oktober 192? feierte Herr Bernhard Feilchenfeld in Köln sein 25jähriges Amtsjubiläum als Vorsitzender des Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde in Köln. Der Jubilar gehört seit Jahrzehnten zn den energischsten Vorkämpfern für eine Regelung der jüdischen Wanderfürsorge Deutschlands. Die vor dem Krieg erfolgte Begründung der Deutschen Zentrale für jüdische Wanderarmenfürsorge ist zum großen Teil seinen unablässigen Bemühungen zuzuschreiben. Trotz seines hohen Alters und seiner umfangreichen Betätigung im öffentlichen Leben hat Herr Feilchenfeld nach wie vor lebendiges Interesse an der jüdischen Wanderfürsorge. Er gehört als Vertreter der Provinzialkasse Köln dem Reichsvorstand der Hauptstelle an und nimmt, wie aus dem nachfolgenden Artikel zu ersehen ist, in aktivster Weise an der Arbeit der Hauptstelle teil. Wir glauben, dem Jubilar keine bessere Würdigung zuteil werden lassen zu können, als indem wir ihm selbst das Wort zu einer Meinungsäußerung über die Probleme unserer Arbeit geben. Die Red. Vor mir liegt ein umfangreicher Band, betitelt „Entstehung der Organisation der jüdischen Wanderfürsorge in Deutschland". Auf den ersten Seiten finde ich Protokolle der Verhandlungen über die Frage der Wanderfürsorge am 18. Mai und 5. Dezember 1909. Diese Tagungen bilden den Grundstein der heutigen Organisation. Die auf diesen Konferenzen angenommenen Beschlüsse stützten sich auf Referate, die von mir und von Herrn Liebenfeld-Bochum gehalten worden waren. Seitdem sind fast 20 Jahre verflossen, aber noch gelten dieselben Grundsätze, dieselben Gründe sind noch wirksam, wie sie für die Aufrichtung der Wanderfürsorge-Organisation zur damaligen Zeit maßgebend gewesen sind. In diesen 20 Jahren hat sich mancherlei ereignet. Kriegs- und Nachkriegswirren sind über uns hinweggebraust, aber noch immer harrt die Frage der Wanderfürsorge ihrer vollen Lösung. Wenn schon alles, was Menschenhände schaffen, der Vollkommenheit entbehrt, so ist es insbesondere die jüdische Wanderfürsorge, die infolge ihrer großen Komplizierheit und Schwierigkeit zu voller Zufriedenheit wohl niemals sich wird auswirken können. Das darf uns aber nicht abhalten, diesem Problem mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu Leibe zu gehen zum Besten vor allein der jüdischen Wanderer selbst, aber auch zum Nutzen der jüdischen Gemeinden Deutschlands, der deutschen Judenheit. ging von richtigen Voraussetzungen aus und stand auf festgefügtem Boden. Der Krieg hat uns auch hierin wieder um ein Jahrzehnt zurückgeworfen und uns gezwungen, nach Kriegsende und nach Eintreten einigermaßen stabiler Verhältnisse wieder von neuem zu be¬ Jahren errichtet worden war, 91

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