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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-11-01 · 5 (November 1927) · page 6

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
5 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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und praktischen Auswertung der in unserer ersten Mitgliederversammlung im Mai dieses Jahres aufgestellten Thesen: 1. Das Netz von jüdischen Arbeitsnachweisen in Deutschland ist wieder neu auf- und auszubauen. Die etwa 40 bis 50 Arbeitsnadrweise, die die Großloge in ihrem Verbände für jüdische Arbeitsnachweise seit dem Jahre 1894 begründet hatte, die durch Gesetze, Verordnungen, wirtschaftliche Depression und last not least durch den Krieg zu Grunde gegangen sind, sind neu zu errichten, zu vermehren und vor allem in ständiger engster Verbindung miteinander zu halten. 2. Es sind internationale Verbindungen herzustellen. In allen Kulturländern müssen jüdische Vertrauenspersonen gefunden werden, die für Auskunfts-, Beratungs- und Vermittlungszwecke zur Verfügung stehen. 5.^ Die Beziehungen unserer freien Arbeitsnachweise zu den öffentlichen Arbeitsnachweisen sind teils auszubauen, teils zu begründen. Jede Zurückweisung, jede Benachteiligung jüdischer Arbeitnehmer durch öffentliche, jedermann zugängliche Stellen ist energisch zurückzuweisen. Jüdische Arbeitgeber, die jüdischen Bewerbern ihre Häuser versperren, sind mit allen Mitteln zur Aufgabe dieser Haltung zu veranlassen. Schlimmstenfalls müssen sie öffentlich gebrandmarkt werden. 4. Die Mitarbeit der maßgebenden jüdischen Organisationen muß gewonnen werden; zur Aufklärung und Belehrung der jüdischen Kreise in Handel, Gewerbe, Industrie und Handwerk — eine Aufgabe besonders für den Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und für die gesamte jüdische Presse — und zur Produktivierung aller brachliegenden Arbeitskräfte, was insbesondere der Reichsbund jüdisdier Frontsoldaten zu leisten hat. Daß auch der Verband der jüdischen Handwerkervereine in Deutschland bei der Erfüllung dieser Aufgaben und Ziele nicht abseits stehen darf, ist selbstverständlich. Wir aber von der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und von der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise haben an diesen Zielen und Methoden, soweit es an uns liegt, mit eiserner Konsequenz festzuhalten, und für sie müssen wir in der jüdischen Oeffentlichkeit werben. Es wird nicht an Einsichten aus den Kreisen der Wirtschaft fehlen, die dieses Werk unterstützen werden. Und so wird das Problem der Arbeitsfürsorge gelöst werden können. 90

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