Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- 1-2 (Juli-August 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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hier im Plenum nicht weiter zu verfolgen. Der Finanzbericht weist aus, daß wir nur über relativ geringe Einnahmen verfügten. Hätten uns größere Summen zur Verfügung gestanden, so hätten wir naturgemäß eine Fülle von Möglichkeiten rein organisatorischer Art weit besser ausnutzen können. Es war uns auch nicht möglich, einzelnen leistungsschwachen Provinzialkassen und Grenzstellen jene Subventionsbeiträge zur Verfügung zu stellen, die für eine reibungslose Fortführung unserer Gesamtarbeit notwendig gewesen wären. Da die Hauptstelle über keinen Dispositionsfonds verfügt, sondern immer nur darauf angewiesen ist, von dem allmonatlichen Eingang der uns zugesagten Subventionen zu leben, so können Sie sich vorstellen, daß dies für eine kontinuierliche Arbeit nicht von Vorteil sein kann. Die Hauptstelle würde es deshalb begrüßen, wenn ihr ein Fonds zur Verfügung gestellt werden würde, der sie nicht immer wieder dazu zwingt, nur von der Hand in den Mund zu leben. Wie die Dinge im Augenblick liegen, wird ein erheblicher Teil unserer Arbeitskraft nur zur Einziehung der dringend notwendigen Geldmittel verwandt. Es dürfte nicht fruchtbar sein, Ihnen im einzelnen darzulegen, welche Verbände mehr und welche weniger zu unserer Arbeit beigetragen haben, welche Gemeinden uns weitgehend unterstützt und welche sich unseren Bestrebungen gegenüber in finanzieller Hinsicht ablehnend verhalten. Die großen Gemeindeverbände haben uns weitestgehend unterstützt. Der Preußische Landesverband ist leider im Augenblick noch nicht in der Lage, uns jene Summe zur Verfügung zu stellen, die wir auf Grund seiner Größe eigentlich von ihm erwarten und beanspruchen könnten. Wir würden Sie deshalb bitten, Ihren Antrag, der darauf hinausläuft, den Preußischen Landesverband um die Uebernahme der gesamten preußischen Subventionen zu ersuchen, zurückzustellen. Ueber die Verwendung der bei uns eingegangenen Summen gibt Ihnen unser Rechnungsabschluß genaue Auskunft. Ich bin mit meinen Ergänzungen zu Ende. Wir begrüßen es durchaus, wenn aus dem Reiche an unserer Arbeit Kritik geübt wird. Wir sind uns klar, daß Kritik vielfach notwendig war, und daß Kritik nützlich und fördernd ist für die Erledigung unserer Arbeit, einer Arbeit, die uns alle angeht. Aber mindestens so wertvoll wie die reine Kritik ist uns die Mitarbeit an dem großen Ziel. Zu dieser Mitarbeit fordern wir Sie immer wieder erneut auf. Die Hauptstelle dankt nach ihrer zweijährigen Tätigkeit insbesondere denjenigen Personen und Organisationen, die für unsere Arbeit Interesse gezeigt und die unsere Tätigkeit immer wieder gefördert haben. Der Vorstand der Hauptstelle und ihre Beamtenschaft wären nicht in der Lage gewesen, das zu leisten, was doch geschaffen worden ist, wenn uns nicht aus dem ganzen Reiche diese Unterstützung zuteil geworden wäre. Wir danken Ihnen für diese Mitarbeit aufs herzlichste und hoffen, daß Sie weiterhin an unseren Bestrebungen lebhaftes Interesse nehmen werden. Adler-Rudel-Berlin: Ich will das soeben Gehörte mit wenigen Worten ergänzen. Die Hauptstelle leidet außerordentlich darunter, daß ihr nur ein so geringer technischer Apparat zur Verfügung steht. Dieser Tatbestand hängt mit der mißlichen finanziellen Lage der Hauptstelle zusammen. Es ist ein für die Dauer höchst unhaltbarer und ungesunder Zustand, wenn man nicht weiß, woher man im nächsten Monat das Betriebskapital nehmen soll. Dies lähmt auf die Dauer die Initiative des Büros. Und nun noch einige Worte über meine Verhandlungen mit Frankreich. Es hat sich auch hier wieder gezeigt, daß eine Reise und persönliche Besprechung wichtiger ist als ein ganzes Aktenbündel Korrespondenz. Die Hauptstelle ist im Augenblick nicht in der Lage, derart kostspielige Reisen zu tragen, und auch die soeben von mir unternommene Reise nach Frankreich ist nicht auf Kosten der Hauptstelle geschehen. Es ist mit Frankreich verabredet worden, daß ein Teil der französischen Rückwanderung von - 32 —