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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-07-01 · 1-2 (Juli-August 1927) · page 31

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
1-2 (Juli-August 1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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im Laufe der letzten Monate für Sachsen segensreich ausgewirkt hat. Mit Oesterreich ist es uns trotz jahrelanger Bemühungen nicht gelungen, zu einem Uebereinkommen zu kommen, was zum großen Teil darauf zurückzuführen ist, daß die österreichischen Gemeinden nicht organisiert waren. Dem soeben begründeten österreichischen Landesverband gehört leider die Kultusgemeinde Wien nicht an, so daß Unterhandlungen, die wir seit längerer Zeit mit diesem Verbände führen, ohne die Zusammenarbeit mit Wien wirkungslos bleiben müssen. Mit Frankreich sind wir gerade in den letzten Wochen in einen wesentlich engeren Kontakt gekommen, was zum guten Teil einer Reise des Herrn Adler-Rudel nach Paris zu danken ist. Das Abkommen mit einer großen pariser Wanderungsorganisation wird uns sicherlich in der nächsten Zeit Ersparnisse an Durchwanderungskosten machen lassen. Gerade dieses Abkommen mit Frankreich hat uns gezeigt, daß eine Reise in die Nachbarländer viel wichtiger ist als ein ganzes Bündel Korrespondenz. Unsere Aufklärungsarbeit, die wir in Polen versucht haben, konnte naturgemäß nur von geringem Erfolge begleitet sein, da die katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnisse immer erneut Tausende von Menschen zur Wanderung zwingen. Schon dieser notwendig kurze Organisationsbericht als Ergänzung unserer gedruckten Ausführungen dürfte Ihnen gezeigt haben, daß alles, was organisatorisch zu leisten war, von Seiten der Hauptstelle auch geschehen ist. Wir dürfen deshalb auf die erst zweijährige Tätigkeit der Hauptstelle mit einiger Zufriedenheit zurückblicken. Sicherlich sind von uns Fehler gemacht worden, aber das ist an sich nicht zu vermeiden. Es wird natürlich immer gegenteilige Meinungen und Ansichten innerhalb der einzelnen Verbände geben, und Differenzen zwischen den einzelnen Organisationen werden nicht ausbleiben. Im großen Ganzen können wir jedoch sagen, daß die Zusammenarbeit unserer Verbände gerade im letzten Jahre außerordentliche Fortschritte gemacht hat. Wir dürfen diesen Tatbestand umsomehr begrüßen, wenn wir ihn mit der allgemeinen nichtjüdischen Wanderfürsorge vergleichen, der es nach jahrzehntelanger Arbeit bisher nicht gelungen ist, ganz Deutschland zu einem einheitlichen Lösungsversuch des Wanderfürsorgeproblems zu bringen. In Bezug auf die Innenorganisation der Hauptstelle möchte ich mit einem Worte das System der Meldelisten berühren. Um allen Stellen die Möglichkeit einer Kontrolle zu garantieren, haben wir regelmäßig genaue Listen über die Gesamtwanderung herausgegeben und an die Provinzialkassen versandt. Dazu ist naturgemäß notwendig, daß uns auch durch pünktliche Zusendung der Meldekarten die Möglichkeit gegeben wird, die Meldelisten regelmäßig und genau zu führen. Aus den verschiedensten Verbänden sind Anregungen bei uns eingegangen, das System der Meldelisten in dieser oder jener Hinsicht zu ändern. Es wäre uns deshalb wertvoll» zu erfahren, welche Erfahrungen Sie bisher mit dem Meldesystem gemacht und welche Wünsche und Abänderungsvorschläge Sie vorzubringen haben. In den letzten Monaten ist ein Nachrichtenblatt herausgegeben und weiteren Kreisen zugänglich gemacht worden. In Bezug auf das Nachrichtenblatt wären wir für weiteste Unterstützung aus dem Reiche dankbar, weil gerade das Nachrichtenblatt zeigen soll, wie es in den einzelnen Verbänden aussieht, und in welcher Weise die einzelnen Verbände zu den uns alle berührenden Fragen Stellung nehmen. Es ist deshalb äußerst wichtig und notwendig, daß das Reich in regerem Maße als bisher an der Ausgestaltung des Nachrichtenblattes teilnimmt. Wir sind hier wie immer für alle Wünsche und Anregungen aus der Praxis äußerst dankbar. \Vas den Finanzbericht der Hauptstelle anbetrifft, so ist verlangt worden, eine nähere Detaillierung über die Beiträge der einzelnen Organisationen zu geben. Wir haben mit Absicht nur den Allgemeinbetrag eingesetzt, um hier im Plenum eine etwas unangenehme Diskussion darüber zu vermeiden, welche Organisation uns mehr und weiche uns weniger beigesteuert hat. Ich würde deshalb bitten, diese Frage — 31 —

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