Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- 1-2 (Juli-August 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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III. Sitzung. 0. Mai 1921 Zu Beginn der Sitzung entspinnt sich eine kurze Debatte darüber, ob die vorliegenden Satzungen noch einmal einer Kommission überwiesen werden sollen. Da dies von einigen Herren gewünscht wird, schlägt der Vorsitzende, Dr. Straus- München, vor, die Satzungen als vorläufig geltende zu betrachten, sie aber einer Kommission zur Ueberarbeitung zu überweisen und sie dann der Beschlußfassung durch die nächste Mitgliederversammlung zu unterstellen. Auf Grund § 7 der vorliegenden Satzungen schlägt Dr. Straus folgende Herren und Damen für den Vorstand vor: Adler-Rudel-Berlin / Dr. Baum-Berlin / Alfred Berger-Berlin / Eugen Caspary- Berlin / Chassel-Hamburg / Feichenfeld-Köln / Frau Frenkel-Frankfurt a. M. / Dr. Freund-Hannover / Goldschmidt-Leipzig / Handelsgerichtsrat Grünewald-Beuthen Rechtsanwalt ]acobsohn-Breslau / Dr. Koppel-Bochum / Levy-Bremen / Dr. Oppenheim-Mannheim / Dr. Rieger-Stuttgart / Dr. Salomonski-Berlin / Legationsrat Sobernheim-Berlin / Dr. Stein-Königsberg / Dr. Straus-München / Professor Dr. Türk- Berlin / Dr. Wilde-Magdeburg / Frau Wronsky-Berlin. Für die Statutenkommission werden nominiert: Die Damen und Herren des engeren Vorstandes, ferner Benjamin-Frankfurt, Chassel-Hamburg, Dr. Ollendorff-Berlin, Schick-Leipzig, Dr. Straus-München. Dr. Straus: Da Abänderungsvorschläge nicht eingegangen sind, sich auch kein Widerspruch erhebt, erkläre ich die Damen und Herren sowohl für den Vorstand als auch für die Statutenkommission für gewählt. Ich erteile nunmehr Herrn Dr. Kreutzberger das Wort zur Erstattung des Tätigkeitsberichtes. Dr. Kr«utzberger-Berlin: Der Tätigkeitsbericht der Hauptstelle liegt Ihnen gedruckt vor. Diesem Bericht ist an sich sehr wenig hinzuzufügen. Gestatten Sie mir deshalb nur einige kurze Bemerkungen. Die Hauptstelle ist vor ca. zwei Jahren gegründet worden. In dieser verhältnismäßig kurzen Zeit ist es ihr gelungen, die Gesamtorganisation der Wanderfürsorge über ganz Deutschland auszudehnen und zwischen den einzelnen Landesteilen einen derartigen Konnex herzustellen, daß nunmehr ein reibungsloses Zusammenarbeiten aller Teile Deutschlands gesichert erscheint. Zwar hat die Organisation noch mit gewissen Mängeln zu rechnen, wir hoffen aber, daß sich diese in Kürze werden beseitigen lassen. So haben einige Landesteile noch nicht den Kontakt mit der Hauptstelle und den Verbänden gefunden, wie er an sich wünschenswert und erforderlich wäre. Insbesondere hat Baden noch nicht jene Organisation konstituiert, die die angrenzenden Länder unter allen Umständen brauchen, und die ihnen erst dann den wirklichen Vorteil der Gesamtorganisation bringen wird. Die Organisation in Deutschland ist aber bereits so weit fortgeschritten, daß es nicht mehr möglich ist, daß ein Teil schlecht oder gar nicht arbeitet, ohne daß der andere Teil davon betroffen wird. Deshalb wird in allernächster Zeit unser Bestreben dahingehen müssen, Baden enger an unsere Organisation heranzuziehen. Auch in Thüringen war es uns bisher nicht möglich, die Gemeinden zur einheitlichen Regulierung unserer Frage zusammenzufassen. Wir haben in der Berichtsperiode nicht versäumt, den Anschluß an das Ausland zu suchen, weil die jüdische Wanderung ja nicht nur reine Binnenwanderung, sondern zum großen Teil internationale Wanderung ist. So ist es uns gelungen, mit der Tschechoslowakei ein Abkommen abzuschließen, das sich insbesondere - 30 —