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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-07-01 · 1-2 (Juli-August 1927) · page 24

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
1-2 (Juli-August 1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Auslande uns beschaffen sollen. Dieses öeld kann, muß und soll das deutsche Judentum schaffen. Das deutsche Judentum ist wieder kräftig genug, um seine Aufgaben weiterhin selbst lösen zu können. Dr. Ollendorff-Berlin: Ueber die Zweckmäßigkeit der von Ihnen geplanten Anstalt kann kein Zweifel sein. Diese Anstalten sind ein unentbehrliches Mittel zur Unterstützung der Hilfsbedürftigen. Ich bin mit Herrn Berger der Ansicht, daß man die für die Errichtung derartiger Anstalten notwendigen Mittel bestimmt in Deutschland zusammenbekommen wird. Sie sind ja auch gar nicht so unendlich groß. Es handelt sich hier unter allen Umständen um eine primäre Aufgabe des deutschen Judentums. Nur in einem Punkte bin ich anderer Meinung. Das gesetzte Ziel durch eine große Reichsgründung zu en eichen, halte ich für schwer möglich. Wäre es nicht vorteilhafter, in 2—4 über Deutschland verteilten Versuchsstätten das Ziel zu erreichen? Man kann durch eine Gründung von 2, 3 oder 4 Heimen an kleinen Plätzen leicht an schon vorhandene Einrichtungen anknüpfen. Eine gewisse Rentabilität in einzelnen kleineren, auf ganz Deutschland verteilten Heimen ließe sich meines Erachtens auch leichter herbeiführen als in einer großen zentralen Gründung. Samson-Breslau: Als Vertreter aus dem Reiche möchte ich vor allen Dingen der Hauptstelle für die ausgezeichnete Organisation danken, die sie in den zwei kurzen Jahren ihres Bestehens errichtet hat. Des weiteren gebührt ihr von Breslau aus besonderer Dank, da wir im wesentlichen ihren Anregungen die Errichtung des Breslauer Arbeitsnachweises zu verdanken haben. Die Arbeitsvermittlungstätigkeit unseres Arbeitsnachweises hat sich gerade in den letzten Monaten derartig entwickelt, daß sie uns in Zukunft zu den besten Hoffnungen gerade im Zusammenhang mit dem jetzigen Problem berechtigen läßt. Zu dem Expose* des Herrn Dyk kritisch Stellung zu nehmen, erscheint uns außerordentlich schwer, weil wir keine Fachleute sind, selbst dann, wenn das Expose* lange vorher zur Verfügung gestanden hätte. Ich persönlich habe jedenfalls außerordentlich starke Bedenken gegen eine rein landwirtschaftliche Kolonie, Bedenken, die durch die Ausführnugen von Herrn Pastor Braune nur noch verstärkt wurden. Es wird außerordentlich schwer sein, jüdische Wanderer längere Zeit in einem geschlossenen Heim zu halten, da es sehr oft nicht möglich sein wird, sie durch die Tätigkeit der Arbeitsnachweise in Arbeit zu bringen. Ich würde es aber begrüßen, wenn nicht nur in Berlin eine zentrale Anstalt begründet würde, keineswegs etwa aus dem Grunde, weil ich die üblichen Vorurteile des Reiches gegen Berlin teile. Ich würde die Errichtung handwerksmäßiger Arbeitsstätten als für unsere Zwecke gegebener erachten. Man könnte in diesem Zusammenhang sehr leicht an den Ausbau der Brockensammlung zu Handwerksstätten denken. Dr. Oskar Cohn-Berlin: Aufrichtig und herzlich danke ich für die Referate, Belehrungen und Drucksachen, die uns zugänglich gemacht worden sind. Die Referate sowie die Drucksachen bieten auch denjenigen, die sich mit jüdischen Fragen und insbesondere mit dem hier zur Diskussion stehenden Problem schon etwas länger befassen, ausgezeichnete Hinweise über die Bedeutung und über die mit Recht hervorgehobene Wichtigkeit und Vielfältigkeit der Aufgabe. Ich bestätige durchaus, was Pastor Braune hier vermutungsweise angedeutet hat. Ich halte das jüdische Wanderproblem, also die Aufgabe der Hauptstelle, für ein Dauerproblem, soweit bei menschlichen Dingen überhaupt von Dauer die Rede sein kann. Vielleicht werden die Ursachen der augenblicklichen Wanderung: Weltkrieg, Arbeitslosigkeit, unhaltbare politische Zustände, namentlich im Osten, vorübergehender Natur sein. Es werden _ 24 —

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