Mannheim
Compact Memory

Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-07-01 · 1-2 (Juli-August 1927) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
1-2 (Juli-August 1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2709108-2709109-2709111--014-2709189
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sorgeamt, und ich glaube, nicht zu viel zu sagen, wenn ich erkläre, daß die grundlegenden Gedanken für ihre jetzige Arbeit aus dem Schöße des Arbeiterfürsorgeamtes hervorgegangen sind. Ich halte es für meine Pflicht, bei dieser Gelegenheit diejenigen Persönlichkeiten rühmend hervorzuheben, — und sie sind in unserer Mitte — die innerhalb des Arbeiterfürsorgeamtes die jüdische Wanderfürsorgetätigkeit auf einen neuen Boden gestellt und die Richtlinien dieser Arbeit zum ersten Mal präzisiert haben. Wir können heute sagen, daß die Arbeit in der jüdischen Wanderfürsorge von einem sozialen Geiste getragen ist, wie er unserer Zeit und der Größe des Problems entspricht. Dr. Sandler-Berlin (Vorstand der Jüd. Gemeinde): Ich bitte zunächst um Entschuldigung, daß ich aus beruflichen Gründen nicht bei der Eröffnung der Sitzung zugegen sein konnte. Im Namen des Vorstandes der Berliner Gemeinde danke ich Ihnen für Ihre Einladung und spreche Ihnen zur heutigen Tagung herzliche Glückwünsche aus. Wir verfolgen Ihre Arbeit mit allergrößtem Interesse, schon deshalb, weil sie uns den wichtigsten Zentralpunkt der jüdischen Wohlfahrtspflege bedeutet. Große Mittel für die Zwecke der Durchwandererfürsorge wurden vom Vorstand der Berliner Gemeinde stets zur Verfügung gestellt, im Jahre 1925 allein 60 000 RM. In Anerkennung dieser überaus wichtigen und dringlichen sozialen Arbeit hat der Vorstand der Berliner Gemeinde in der Person des Herrn Eugen Caspary, der auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge über reichste Erfahrungen verfügt und die Hauptstelle mitbegründet hat, einen besonderen Delegierten entsandt. Ich werde dem Vorstand der Berliner Gemeinde gern über den Verlauf der heutigen Tagung Bericht erstatten. Generalsekretär Dr. Senator-Berlin: Ich danke Ihnen im Namen des American Joint Distribution Committee für die freundliche Einladung, der leider Herr Dr. Bernhard Kahn als europäischer Direktor dieser Stelle nicht Folge leisten konnte, weil er einer Tagung in Rußland beiwohnen muß. Ich soll Ihnen seinen herzlichen Dank aussprechen und sein ausdrückliches Bedauern darüber, daß er, der vor längerer Zeit an der Gründungstätigkeit des Arbeiterfürsorgeamtes leitend und führend teilgenommen hat, heute nicht zugegen sein kann. Vor der Gründung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge haben wir an Ihren Arbeiten lebhaftestes Interesse genommen und wollen diese auch weiter mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. Für eine ausländische Organisation ist es natürlich immer besonders wichtig, zu betonen, daß die Arbeit für die jüdische Wanderfürsorge in Deutschland kaum anders gesehen werden kann als eine große jüdische Aufgabe. Denn das Wandern ist doch in der Hauptsache eine Folge der Leiden, die das jüdische Volk im Osten zu ertragen hatte und erträgt. Unser Wunsch und unsere Bitte gehen dahin, daß Sie das Ziel, das Sie sich gesetzt haben, mit allen Ihren Kräften zu erreichen versuchen. Ich bitte Sie, uns über Ihre Erfahrungen stets zu berichten. Lif schi tz-Ber lin : Namens des Hilfsvereins der deutschen Juden danke ich Ihnen für die freundliche Einladung und spreche den Wunsch aus, daß die heutige Tagung von dem besten Erfolg begleitet sein möge. Das Problem der jüdischen Wanderung in Deutschland wird noch für lange Zeit akut bleiben, und deshalb ist es notwendig, daß die besten Kräfte des Judentums sich zur Mitarbeit zur Verfügung stellen. Hauser-Berlin (Verband ostjüdischer Organisationen): Indem ich Ihnen für Ihre Einladung freundlichst danke, versichere ich Sie, daß wir für Ihre Arbeiten, den Zweck und die Ziele Ihrer Organisation das allergrößte Interesse haben und Ihrer Versammlung den besten Erfolg wünschen. — 6 —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.