Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Journal
- Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- 1-2 (Juli-August 1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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stände der von der Wandernot Betroffenen in der Hauptsache zu den gleichen Mitteln führen. Die allgemeine Erörterung dieser Fragen, in die wir bald eintreten werden, wird erkennen lassen, daß die Hilfsmittel die gleichen sein müssen, wenn auch in mancher Beziehung die Gründe der jüdischen Wanderbewegung andere sind. Denn gerade wenn man die wesentlichen Ursachen einer Erscheinung in ihrer ursächlichen Begründung erkennt, wird man erst die richtigen Mittel zur Abhilfe finden. Wenn die Tagung uns auf diesem Weg ein Stück weiterbringt, so wird dies dem Wunsch der Preußischen Verwaltung und insbesondere dem Wunsch meines Herrn Ministers voll entsprechen. Regierungsrat Dr. Dierkes: Ich habe die Ehre, Ihnen im Namen der Reichsarbeitsverwaltung, vor allem ihres Präsidenten, herzlichen Dank für Ihre Einladung zu sagen. Sie haben ja bereits aus den Worten meines Herrn Vorredners gehört, daß das Problem der Wanderfürsorge im Zusammenhang auch mit der reichsgesetzlichen Regelung uns alle interessiert. Diejenigen Behörden und Persönlichkeiten, die sich mit der Regelung dieser Aufgaben zu beschäftigen haben, begrüßen jede Diskussion dieser Frage und jeden Vorschlag mit Dankbarkeit. Aus dem Tätigkeitsbericht der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge habe ich gesehen, daß diese Organisation zwar noch ein zartes Reis ist, daß sie aber durchaus eine Zukunft hat, und aus der intensiven Arbeit, die bisher geleistet worden ist, dürfen wir mit froher Hoffnung entnehmen, daß Sie auch im kommenden Jahr Ihr Werk mit Erfolg fortsetzen werden. Diesem Wunsche möchte ich Ausdruck geben und gleichzeitig bitten, daß Sie uns von Ihren Vorschlägen und Erfahrungen für die kommende gesetzliche Regelung berichten. Der Präsident wünscht Ihrer Tagung einen guten Verlauf und Ihrer Organisation eine günstige Fortentwicklung. Fräulein Dittmar (Magistrat Berlin): Im Auftrage von Herrn Bürgermeister Dr. Scholz, der leider aus dienstlichen Gründen verhindert ist, an Ihrer Tagung teilzunehmen, danke ich Ihnen für die freundliche Einladung und möchte Ihnen versichern, daß die von Ihnen bisher betriebene Wanderfürsorge im Interesse der Erwachsenen und im Interesse der Jugendlichen von meiner Behörde auf das wärmste begrüßt wird. Wir sind der Auffassung, daß nur durch die Verbindung von freier und öffentlicher Wohlfahrtspflege das Problem einer Lösung nähergebracht werden kann. Wir danken für die bisherige tatkräftige Unterstützung seitens Ihrer Organisation und hoffen auf ein weiteres gedeihliches Zusammenarbeiten. Pastor Braune -Hoffnungsthal: Im Namen der drei deutschen Wandelfürsorgeverbände, der Zentrale deutscher Arbeiterkolonien, des Deutschen Herbergsvereins und des Verbandes deutscher Verpflegungsstationen und im Namen des Zentralausschusses für Innere Mission möchte ich Ihnen zu der heutigen Tagung Glück wünschen. Ich freue mich, daß ich heute Gelegenheit haben werde, in Ihre Tätigkeit einen Einblick zu gewinnen, damit für die kommende Arbeit ein wie bisher erfreuliches Zusammenwirken erzielt und unser Endziel immer mehr gefördert wird. Je mehr uns die gesetzliche Regelung ans Herz gelegt wird, desto mehr sehen wir, wieviel für uns zu tun nötig ist. Gemeinsame Not und die gemeinsame Lösung des Problems der Wanderfürsorge führt uns alle zusammen. Rechtsanwalt Dr. Berthold Haase-B erlin: Ich begrüße die Versammlung im Namen des Arbeiterfürsorgeamts der jüdischen Organisationen Deutschlands, und die Begrüßung ist eine besonders herzliche. Die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge ist hervorgegangen aus dem Arbeiterfür- — 5 —