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Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge · 1927-07-01 · 1-2 (Juli-August 1927) · page 4

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Journal
Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge
Volume
1 (1927-1928)
Issue
1-2 (Juli-August 1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I. Sitzung. Sonntag, 10,80 Uhr. Eröffnung: Herr Eugen Caspar y. Im Namen des geschäftsführenden Vorstandes eröffne ich die erste Tagung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und heiße Sie herzlich willkommen. Ich begrüße insbesondere: Herrn Dr. Sandler — für den Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde, Herrn Regierungsrat Dr. Dierkes — für die Reichsarbeitsverwaltung, Herrn Ministerialrat Wittelshöfer — für das Preußische Wohlfahrtsministerium, Fräulein Dittmar — für den Magistrat Berlin, Herrn Pastor Seyferth — für den Zentralausschuß für Innere Mission, Herrn Pastor Braune — als Geschäftsführer des Deutschen Herbergsvereins, des Gesamtverbandes deutscher Verpflegungsstationen und des Zentralvorstandes deutscher Arbeiterkolonien, Herrn Dr. Oswald — als Geschäftsführer der Zentrale für private Fürsorge. Ferner begrüße ich die Vertreter des Joint Distribution Committee, der Großloge U.O.B.B., der vereinigten Emigrationsgesellschaft Hias-Ica-Emigdirekt, der Gemeindeverbände und Provinzialkassen und die Vertreter der Presse. Begrüßungsschreiben und Wünsche für einen guten Erfolg der heutigen Tagung sind von folgenden Behörden bezw. Personen eingelaufen: Von dem Herrn Reichsarbeitsminister, von dem Herrn Minister des Innern in Preußen, vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, vom Deutschen Caritasverband, vom Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt, von der Jüdischen Fürsorgezentrale in Prag, von Herrn Kommerzienrat Joseph in Landau. Bevor wir unsere Beratungen beginnen, wollen wir noch eines Mannes gedenken, der jahrelang an der Leitung der Geschäfte der Deutschen Zentrale für jüdische Wanderfürsorge beteiligt war, und der inzwischen dahingeschieden ist, des Herrn Sanitätsrates Dr. Wreschner. Wir sind ihm unseren aufrichtigsten Dank schuldig für seine jahrelange Tätigkeit. Er war einer der Besten in unseren Reihen. Wir beklagen auch den Verlust des Herrn Dr. Paul Nathan. Immer war er zur Stelle, und stets hat er unseren Angelegenheiten das größte Interesse entgegengebracht. Wir werden beider Andenken immer ehrend in unseren Reihen bewahren. (Die Versammlung erhebt sich von den Plätzen.) Ich danke Ihnen, daß Sie sich zum Zeichen des ehrenden Gedenkens von Ihren Plätzen erhoben haben. Bevor wir in die Tagesordnung eintreten, möchte ich den Vorschlag machen, das Büro zu bilden. Außer den drei Persönlichkeiten des geschäftsführenden Vorstandes würde ich hierfür die Herren Justizrat Dr. Straus aus München und Rechtsanwalt Salinger aus Dresden vorschlagen. Da niemand Widerspruch erhebt, bitte ich die Herren, am Vorstandstisch Platz zu nehmen. Vorsitzender Dr. Straus-München: Ich danke Ihnen für die Wahl meiner Person aus dem Gefühl heraus, daß mit dieser Wahl wohl von Ihnen zum Ausdruck gebracht werden sollte, daß Nord und Süd in aller Zukunft in Eintracht zusammenarbeiten wollen. Bevor wir in die Debatte eintreten, beabsichtigen einige Herren, Begrüßungsworte zu sprechen. Ministerialrat Dr. Wittelshöfer (Preußisches Wohlfahrtsministerium): Im Namen meines Herrn Ministers möchte ich Ihnen meinen Dank für Ihre freundliche Einladung ausdrücken, Das von Ihnen heute zu besprechende Problem steht nicht nur im Mittelpunkt der Erörterung in Ihrem Kreise, sondern es steht heute im Mittelpunkt der Erörterung der gesamten Wohlfahrtspflege überhaupt. Der Tatsachenkomplex, mit dem Sie sich heute beschäftigen werden, ist, als Symptom betrachtet, der gleiche wie bei der gesamten Wanderbewegung. Ich glaube, daß auch, abgesehen von dem Symptom, die Ursachen der jüdischen Wanderbewegung wenig andere als die der nichtjüdischen sind. Und so wird die Abstellung der Miß- — 4 —

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