Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 11-12 (8.1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- Seite 209 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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dem Manne: „Sie haben ihren Lohn am Sonnabend ausgezahlt erhalten, haben sich betrunken, haben dann versucht, die Hose zu Hause am Kamin zu trocknen, sind dabei ins Feuer gefallen und haben sich das Knie verbrannt, — nicht wahr?" „Ja", erwiderte der Mann verblüfft. Wegzeichen. Es ist mitunter auf Fahrten von großem Wert, Wegzeichen lesen bzw. legen zu können, abgesehen von der fördernden Wirkung (Beobachtung, Findigkeit) z. B. Ein Pfeil in Wegrichtung folgen auf diesem Wege. Dasselbe mit einem Kreuz am Pfeilende — schnell folgen. Ein Kreuz ~ diesen Weg nicht weitergehen. Ein Kreis mit eingeschriebenem Kreuz =- Achtung! Ruhe! Ein Pfeil mit einem Quadrat am Pfeilende, in dem Quadrat eine Zahl (z. B. 6); auf der oberen Quadratseite a) ganz links, b) in der Mitte, c) ganz rechts ein Querstrich Nachricht liegt, (in Pfeilrichtung) z. B. 6 Schritt, a) auf der Erde, b) in Leibhöhe, c) in Kopfhöhe, aus. — Zwei konzentrische Kreise bin nach Haus gegangen. Die Zeichen kann man mit Kreide an Bäume, Häuser, Steine etc. aufmalen, oder mit Zweigen, Holzstücken und Steinen auf die Erde zeichnen. Einem auch nur etwas geübten Auge fällt beim Suchen sofort auf, wenn an dem Stamme einer Eiche ein Nadelholzzweig steckt, oder wenn Grasbüschel miteinander verknotet sind usw. Um Verwechselungen zu vermeiden, kann man den Zeichen auch das Zugzeichen hinzufügen. Alles dies läßt sich vorher je nach Phantasie vereinbaren. Entfernungsschätzen. Als Anhaltspunkte muß man die Weite der Handspannen, die Breite des Daumens, die Länge des Unterarms, die Größe der Füße, die Spannweite der Arme genau kennen. Nur durch fortgesetzte Uebung ist die schwere Kunst des Entfernungsschätzens zu erlernen! Bei größeren Strecken gibt die Zeit, die man braucht, um sie zurückzulegen, einen Anhalt für ihre Länge. Es empfiehlt sich, die Geschwindigkeit des Ganges öfters auf großen Landstraßen nachzuprüfen, wo man an den Chausseesteinen ganz genau den in einer bestimmten Zeit zurückgelegten Weg feststellen kann. Jeder Scout muß ganz* genau wissen, wieviel Schritte er auf 100 m macht. Wenn man auf der Wanderung ist, kann man nebenher sehr leicht das Entfernungsschätzen üben. Man stellt sich an einem übersichtlichen Punkt auf und überlegt sich, wieweit es nach verschiedenen anderen Objekten, wie Bäumen, Häusern usw. sein mag. Dann schreitet man diese Entfernung ab und prüft dadurch die vorher aufgestellte Schätzung nach (Ausgezeichnetes und in Breslau oft erprobtes Mittel, bei einem Klotz die Chaussee zu überwinden, wenn man keine Lust mehr zum Singen fyat). Sehr bald wird man merken, wie außerordentlich die Fähigkeit, Strecken richtig einzuschätzen, durch beharrliche Uebung zunimmt; Beurteilung der Höhe von Gegenständen, richtige Schätzung von Qe^wichten, von einer Anzahl Menschen oder Gegenständen ist ebenso wichtig, schön und eine Sache der Uebung. 209