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Blau-Weiss-Blätter · 1921-08-01 · 11-12 (8.1921) · p. Seite 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
11-12 (8.1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 205 (sequence 19)
Language
German
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und wandern, irgendwohin, ganz ziellos, ohne mir in den Kopf zu setzen, nach irgendeinen bestimmten Ort zu gehen. . Wenn ich all das tue, ein heiteres Herz bewahre, die frische Luft und das Sonnenlicht auf meinem Körper spüre, nicht zu viel esse, nicht rauche, so oft als möglich mich wasche, wenn ich ein reines Leben führe, hier und da helfe und in Einsamkeit und Ruhe Dinge ausdenke, dann werde ich mein Inneres Selbst entwickeln. Ich werde mich selber kennen lernen und mir ein Freund sein; ich werde auf mir ruhen und an das Große Mysterium denken und an das herrliche Vergnügen, allein zu sein und ins Sonnenlicht zu gucken. Morgen also werde ich mein Wander-Lager beginnen. Lagerleben. Aus: Scouting for j)oys. Boy Scouts müssen natürlich sich daran gewöhnen, im Freien zu leben. Sie müssen lernen, Zelte oder Hütten für sich aufzuschlagen, Brennmaterial herzurichten und anzuzünden usw. Ein Boy Scout muß möglichst viel im Freien nächtigen, und ein Junge, der gewohnt ist, bei geschlossenem Fenster zu schlafen, wird, wie die meisten verzärtelten Menschen sich erkälten und Rheumatismus und Husten bekommen, wenn er zum ersten Mal im Freien zu schlafen versucht. Daher mußt du immer bei offenem Fenster schlafen, im Sommer wie im Winter, dann wirst du dich abhärten und dich niemals erkälten. — Um im Feldlager gut zu übernachten, muß sich der Scout ein Schutzdach schaffen können. Bei längerem Aufenthalt lohnt es sich sogar, eine Hütte zu bauen. Die Art, in der man verfahren muß, hängt lediglich vom Wetter und von der Gegend ab, in der wir nächtigen. Wenn man sich ein Dach aus Aesten und Stangen baut, legt man^ es so an, als wolle man es mit Ziegeln oder Schieferplatten belegen, indem man unten anfängt und da^ bei darauf achtet, daß die obere Schicht immer die untere bedeckt, damit der Regen ablaufen kann. Die Rückseite der Hütte stellt man gegen den Wind und zündet das Wärmfeuer unter Wind, also am Eingang, an. Um zu verhindern, daß der Regen am Boden entlang durch die Hütte läuft, zieht man einen kleinen Graben ringsum und wirft die ausgeschachtete Erde unten gegen die Hüttenwand. Wenn man sich in der Mitte ein Lager zum Schlafen einrichtet, hat man darauf zu achten, daß man mit dem Kopf höher liegt, als mit den Füßen, auch muß man vermeiden, daß man schräg zum Abhang liegt. Schon kleine Unebenheiten des Bodens genügen mitunter, um den Schlaf empfindlich zu stören; deswegen ist der Platz, an dem man nächtigen soll, möglichst sorgfältig gerade zu machen, wobei es sich empfiehlt, die Stelle, wo Öie Hüfte aufliegen soll, etwas tiefer zu graben. Um weicher zu ruhen, kann man Decken, eine Gras- oder Laubschicht über das Lager breiten. 205

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