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Blau-Weiss-Blätter · 1921-08-01 · 11-12 (8.1921) · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
11-12 (8.1921)
Date
1921-08-01
Page
Seite 204 (sequence 18)
Language
German
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5. Muß eine maßstäbliche Karte der Gegend anfertigen, die die genomtit^nt Route durch eine rote Linie und alle Schlafplätze durch Punkte anzeigt; Kompaßrichtung muß angezeigt werden. 6. Die Füße werden bei der Rückkehr ins Lager geprüft, und wenn Meli irgend ein Zeichen von Hühneraugen, Frostbeulen, Schmerzen, Entzündung, Blasen, Reibstellen usw. findet, wird er zurückgestellt, und die Prüfung muß noch einmal gemacht werden. 7. Muß bei der Rückkehr ins Lager bei guter Gesundheit sein, während Erkältungen, Husten, Zahnschmerzen usw. zurückstellen. Wenn ein Junge 14 Jahre alt wird, soll er zu sich selber sagen: Nun bin ich Vierzehn, es ist Zeit, ich verließe meine Eltern und Freunde und ginge mit mir auf die Wanderschaft. Ich muß lernen, auf mich zu achten. Ich muß lernen im. Freien zu leben, in eine Decke gehüllt „unter dem weiten und sternigen Himmel". Morgen werde ich weggehen, mit dem Rucksack auf dem Rücken, eine Woche lang; und wenn ich „meine Emführangswanderschaff" vollendet habe, werde ich heimkehren. Ich werde eine Aufzeichnung von dem, was ich während meines Wanderlagers tat, m einem Buche machen und Zeichnungen davon, wie ich es tat Ich werde nackt gehen (wenn ich fern von Menschen bin) nur mit Badehose oder Schurz» so werde ich die Sonnenstrahlen auf meiner Haut spüren. Ich werde den Regen auf meinem bloßen Körper fühlen, mein Fuß wird naß werden vom Tau des Morgens und des Abends, und ich werde denken: Ich werde an die Wunder der aufspringenden Knospe und des zunehmenden Mondes denken; ich werde mir Mühe geben, nachzudenken, warum alles geschiebt» warum die Menschen nicht glücklich sind, warum Geldverdieneri die Menschen elend und verdrießlich macht, warum es besser ist, im Freien zu leben, und wie ich es anstellen kann, anderen zu verhelfen, ebenso zu handeln. Von all diesen Dingen werde ich Notizen in ein Buch der Gedanken meines Wanderlagers schreiben. Ich werde die Dinge niederschreiben* die ich denke. Ich werde das Fühlen der Dinge niederschreiben und die Farbe der Dinge — das Gefühl des Nassen und der Spinnwebe, die an mein Gesicht geblasen wird, und die Farbe des Himmels am Sonnenuntergang, der sich in den Pfützen bricht -— all diese Dinge werde ich mit Sorgfalt aufzeichnen* Ich werde kleine Zeichnungen meines Biwaks machen, der Bäume, der Tiere, die ich sehen werde, der Insekten und der Menschen am Wege. Ich werde jedem helfen, der Hilfe braucht. Ich werde Löcher ausbessern, schwere Körbe tragen, den Weg angeben und weisen, und vor allein werde ich, wenn ich den Leuten helfe, beim Gehen auf der Straße oder am Wegrande, kein Geld nehmen. Ich werde niederschreiben was das Volk mir sagt, und was ich ihnen sage; vor allem werde ich rein und sorgsam mit mir denken, und ich werde meine Gedanken aufzeichnen. Jeden Tag werde ich wandern, in den Wäldern oder den Niederungen» oder die Straße lang, oder die Saumpfade herab, und so werde ich wandern 204

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