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Blau-Weiss-Blätter · 1921-05-01 · 8-10 (5.1921) · p. Seite 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
8-10 (5.1921)
Date
1921-05-01
Page
Seite 179 (sequence 49)
Language
German
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» endet sich die Melodie entschieden zur schrittweisen Bewegung und zur Tonika «rück. Das Wiederergreifen des Qrundtones (F) wird durch die Achtel („Stimme") herausgehoben und damit unterstrichen. Als richtiger Abschluß folgt ein in sich geschlossener Abschnitt ohne starke Akzente („den ganzen sommer lang")* Aufwärts bis B und abwärts mit dem typischen Q F Schluß; in anderen Liedern, x.B „Innsbruck* (Zupf S. 5), bringt der Schluß eine „Coda*, d. h. eine Herausschiebung des Tonicaschlußes durch Figuren aus kürzeren Tönen, im Gegensatz xam übrigen Liedcharakter nicht richtungsbetont, sondern ornamental. In diesem Sinne ist auch der vorliegende Schluß zu verstehen; der höchste Ton (B) ist hier nicht wie das D im ersten Abschnitte verlängert; er ist hier nicht betonter Höhepunkt, sondern nur Glied einer Figur. ' B) Der vierstimmige Satz."; Die Hauptmelodie wurde über das pädagogische Maß ausführlich besprochen, um klarzumachen, worauf es allgemein bei der vorklassischen Musik inkommt, daß hier eben jeder Ton der Träger viel reicherer musikalischer Beziehungen ist als in der klassischen Musik, in der das Thema als Ganzes zum. Ausdruckselement wird. - . . x Der vierstimmige Satz ist ganz in der gleichen Weise zu behandeln, wie der cantus firmus. Es hat immer etwas zu bedeuten, wenn 2 Stimmen in Gegenbewegung verlaufen oder den Text nacheinander vortragen, wenn eine Stimme schweigt oder einsetzt Im folgenden nur Andeutungen zur Grundlage selbständiger Betrachtungen für den, der der vorigen Untersuchung folgen konnte. Einleitung durch Sopran und Alt: Das Anfangsstück der Hauptmelodie im Sopran, der Alt in Gegenbewegung. Nun erst der cantus firmus mit dem Btß zugleich einsetzend; durch die Zweistimmigkeit der Anfangstakte wird'die Fülle der Vierstimmigkeit recht deutlich und steigert den Einsatz der Hauptstimme in seiner sinnlichen Wirkung. Die wichtigsten Töne des cantus firmus (G, D) werden durch die Begleitstimmen hervorgehoben; Textverschiebung im Sopran, Achtel im Baß, Gegenbewegung erst im Sopran (#von*), dann in den Btßacfateln. „Vorm wald\ Wieder zweistimmige Einleitung durch Sopran und Alt Takt- und Tetf Verschiebung im Alt heben das neuartige des Abschnittes hervor. Vierstimmiger Einsatz, dabei drei C im Sopran, der aber nun heruntersteigt und bt!d verstummt (Gründl). Baß und Tenor singen allein, zum ersten Male in diesem Lied, der Baß hält sich in Terzen am Tenor, 8/4 Takt; alles aufs deutlichste Gegensatz zur Arsfangsart des Liedes. Sopran und Alt fallen schon vor Beendigung des Abschnittes ein, Achtel im Alt; immer slärker neigt das Lied Lyrischen: Die Rückkehr noch mehr als in der Hauptmelodie schrittweise »od ohne Forfissimo-Effekt, der zu dem Text des Liedes nicht passen würde. Der Einsatz „sie singen* unauffällig in den beiden Unterstimmen, während Sopran und Alt jnoch den vorigen Abschnitt beenden. Nun schließt sich der Alt an, der Sopran als letzterer erst bringt die fünf hohen C deutlich zur Geltung, *frd aber nicht von allen Stimmen verstärkt. Erst bei der dritten Wiederholung des Abschnittes singen alle Stimmen und erst an seinem Ende nähern sie sich textlich. Der Schiaß ist wieder deutlich ornamental: Achtel im Alt Baßeinsatz a emer Quinte, Achtel im Sopran zugleich mit dem Einsatz de; Hauptstimme.

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