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Blau-Weiss-Blätter · 1921-05-01 · 8-10 (5.1921) · p. Seite 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
8-10 (5.1921)
Date
1921-05-01
Page
Seite 170 (sequence 40)
Language
German
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zeug besteht aus drei Messern, einem zum Vorschneiden und zwei Hobleisen, einem breiten und einem schmalen. Laßt Euch das Schneiden mit den Messern zeigen und arbeitet bei dieser Feinarbeit genau und sauber. Darin könnt Ihr ans drucken gehen, das auch gut in dem unten angegebenen Buch beschrieben ist, falls es Euch nicht gezeigt werden kann. Nun macht Euch den schon besprochenen Griff und arbeitet so einen Stempel. Mit denselben Messern könnt Ihr geeignete Entwürfe auch in Holz schneiden. Dafür empfieht sich Birnbaum oder Linde (in kleinen Mengen, gut abgeputzt) am meisten, sie erlauben auch als dauerhafteres Material größere Beanspruchung beim Druck. Als erstes könnt Ihr Euch in Holz ein ganz schlichtes Ex-Libris (nur Schrift und geeignete Buchstaben) schneiden, aber auch eine kleine Zeichnung, die allerdings ganz anders angelegt sein muß, als eine Bleistiftzeichnung, von der im Aufsatz über Zeichnen ausschließlich gesprochen wurde. Dennoch muß man erst in dem Sinn und der Art zeichnen können, wie sie dort dargestellt wurden, um Zeichnungen für den besonderen Zweck und für die andere Technik des Holzschnittes anzufertigen. Papier- und Papparbeiteti. Arbeiten dieser Art habt Ihr alle schon gemacht, doch schon sicherlich mit fertigem Material und auch nach Vorlagen. Ihr sollt aber alles, auch das Papier selbst herstellen; dafür gibt es mehrere Techniken, die sich zum Buchbinden (denn das ist das Hauptgebiet) eignen. Da sind Tunk- und Kleister papiere, in denen Ihr Euch vielleicht schon wild und unbedacht versucht habt. Diese Arbeitsweisen könnt Ihr sehr gut aus dem angegebenen Buch entnehmen. Achtet schon hierbei auf reine Farben und verliert Euch nicht in unentwirrbaren Mustern. Habt Ihr dann einige Bogen brauchbaren Papiers, so verschafft Euch Material zum Buchbinden (Pflanzenleim, Pappe, Heftmaterial u«d das nötige Werkzeug: Messer, eine kleine Presse, such zum Htften geeignet). Nun beginnen ähnlich wie bei den Holzarbeiten die V o rarbeiten für das guchbinden. Laßt Euch das saubere Schneiden (mit Messer statt Schere) zeigen, helit Euch mit einer Schraubzwinge und einem eisernen Lineal. Beklebt die Pappe sauber und sorgfältig innen und außen (Ecken). Macht vielleicht zuerst eine Mappe. Laßt Euch gut die Arten des Heftens zeigen. Damit könnt Ihr tum Buch* einband, zum Binden broschürter Bücher übergehen. Das Leimen, Beschneiden» Anpassen, Umkleben müßt Ihr unbedingt sauber und haltbar machen, was nur durch und zur Uebung der Hand geschieht Bei dieser Kleinarbeit müßt Ihr aber auch auf Farbenzusammenstellung de3 Papiers achten; nehmt als Vorsatzpapier, als Uebergang zu den weißen Seiten des Buchinneren, ein heiteres als außen, wenn der Deckel nicht gemustert ist. Beobachtet und untersucht "Bücher auf Technik, Farbe, Schrift und lernt durch Vergleichen-mit den Euren. Täuscht Euch nicht durch bestechende Papiere über technische Mängel hinweg, und glaubt nicht, daß Buntheit Schönheit ist. Nicht Grellheit und wüste Bemusterung sind das wesentliche, sondern die Harmonie der Farben (Deckel nnd Vorsatz) Lernt vielmehr schlichte und einfache Wirkungen erzielen. Ihr erreicht sie durch gute glatte Papiere in klaren Farben; diese einmal ver- 170

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