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Blau-Weiss-Blätter · 1921-05-01 · 8-10 (5.1921) · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
8-10 (5.1921)
Date
1921-05-01
Page
Seite 169 (sequence 39)
Language
German
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hobelbänke sind als Ersatz zu betrachten. An jeder Bank sollte nur ein Junge arbeiten; mehr wie zwei auf keinen Fall. Diese müßten ihre Arbeiten abwechselnd an Vorder- und Hinterzange verrichten. Beschafft Euch Holz in verschiedenen Stärken, für den Anfang ungehobelte Kiefer und Fichte. Gezeigt werden soll Euch die Handhabung des Werkzeugs, seine Behandlung (Schleifen) und seine Anwendung beim Werkstoff, weiterhin das Herstellen von Holzverbindungen (Fugen, Schlitz und Zapfen, Zinken mit Vorsicht!) und die Flächenbehandlung des Holzes; von allem nur das allernotwendigstel Sehr wichtig ist es, auf die Struktur des Holzes 2U achten, auf Lang- und Querholz (Hirnholz), wodurch seine Beanspruchung auf Zug und Druck bedingt ist Das müßt ihr beherrschen, wenn ihr vollwertige Arbeiten anfertigen wollt; denn sie setzen sich aus den eben angeführten Teilarbeiten zusammen, wie jedes Werk als Ganzes ein Erzeugnis von Einzelleistungen darstellt Man kann nun verschieden anfangen. Es können alle den gleichen Gegenstand, jeder aber in anderer Form, arbeiten, oder jeder sucht sich einen für ihn verwendbaren aus, wobei die Verschiedenheit der Arbeiten eines zwölf- und achtzehnjährigen voneinander zu unterscheiden ist. Man kann vielleicht mit einem Petschaft (also mit einem Griff für einen Stempel, den man vorher in Linoleum geschnitten hat) anfangen. Hierbei genügte es, wenn vorher sein Umriß in einer Zeichnung festgelegt würde. Es ist sofort auf eine ganz zweckentsprechende Form zu achten: Er muß unten so groß wie der Stempel sein, sich nach oben verbreitern (Handballen!) und nicht umgekehrt Fortfahren kann man mit einem Blumenkasten (Zinken?), mit Topfbretteru und dergleichen für die Küche. Man kann einen Rahmen (auf Schlitz und Zapfen;, eine Fußbank (Stemmen und Fügen) fertigen und sie auch vergleichen mit Konstruktionen bei Möbeln (Stuhl, Tisch, Schublade). Hier können Fragen lebendig und zur Beantwortung gestellt werden, z.B.: Wie kann man eine breite Tischplatte nicht aus einem Stück herstellen? Was ist Furnier?— Schließlich kann man bis zum einfachen Modell einer Brücke oder einer Dachkonstruktion vorschreiten. Im Gang der Arbeit werdet Ihr auch die einschlägigen Holzarten kennen und unterscheiden und vielleicht selbstprobierend auch ihre Veränderung durch Beizen u. s. w. sehen lernen. Hiermit sollen keine unbedingt auszuführenden Normen für unsere Arbeiten aufgestellt, sondern nur das Einhalten einer bestimmten und notwendigen, hier im großen Umriß beschriebenen Arbeits- und Werkfolge erleichtert sein. Auch im kleinen befolgt, sieht eine solche Folge bei rationellem Arbeiten ungefähr so aus: Zeichnung, Zuschneiden, rohe Bearbeitung aller Stücke mit gröberem Werkzeug (Schrupphobel), genaues Arbeiten des einzelnen Stückes mit Hilfe der Zeichnung (Bestoßen), Zusammenpassen des Ganzen (Verleimen), Sauberputzen (Putzhobel), Fertigmachen (beizen). Schneiden in Linoleum und Holz. Schneidet in Linoleum als Vorübung zum Schneiden in Holz, da Linoleum zum drucken ebenso wie jenes, allerdings in anderer Art, geeignet ist. Zeichnet Euch in gutem Unriß E'jer Monogramm (in ganz einfachen Buchstaben ohne Schnörkel) auf und übertragt es auf Linoleum. Das ganze Werk- 169

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