Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 8-10 (5.1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 167 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Neuheit Ihrer Eindrücke, kann gezeichnet, und bei der Arbeit sollte kein botanisches oder geologisches Objekt ungezeichnet beiseite gelegt werden. Um an schnelle Auffassung und Skizzierung sich zu gewöhnen, ist das Zeichnen von der Eisenbahn aus große Beachtung wert. Planmäßigkeit und Stetigkeit zeichnerischer Uebung, — darauf kommt es allerdings zumeist an, — werden unsere brachliegenden Fähigkeiten zur Frucht bringen, uns zwar nicht zum Künstler machen, aber uns die Kunst der Beobachtung lehren und durch die Tätigkeit der Hand vielleicht einmal einen neuen Sien! Martin Bandmann. Handfertigkeit und ihre Beziehung zum Handwerk. „Ihr wisst nicht, wieviel wert es ist, wenn einer mit Tischlerzeug umzugchen versteht. Ihr sollt nicht perfekte Handwerksmeister werden, aber Euch bei kleineren Sachen zu helfen wissen." (Aus einem Palästinabrief,) Wenn wir in üblicher Weise „Handfertigkeit" treiben, indem wir allerlei kleine „niedliche" Dinge anfertigen, die zu nichts nutzen und mit denen wir höchstens unserer Tante eine Freude bereiten, gewinnen wir noch lange nichts für unsere Hand und wissen noch nichts vom Handwerk. Wollen wir Handfertigkeit planmässig gestalten, so müssen wir sie auf den Grundlagen der Handwerkslehre aufbauen. Damit beabsichtigen wir weder die berufliche Handwerkstätigkeit nachzuahmen, noch irgendeinen von uns für sie vorzubereiten; (dennoch wird und soll unsere Handfertigkeit gerade Jüngere dazu anlegen, ein Handwerk zu ergreifen). Auch handelt es sich nicht um blosse Einfühlung in handwerkliches Arbeiten, sondern um sein rechtes und inneres Verstehen. Daher müssen wir lernen mit Werkzeug und Material umzugehen, unsere Hand praktisch zu schulen und auf dem Umwege des Nachbildens Formen plastisch zu sehen und kennen zu lernen. Dieses Ziel wird nicht erreicht, wenn wir kunstgewerbliche Arbeiten oder Gebrauchsgegenstände in der bekannten Art verniedlichen. ' ' In diesen Grenzen wollen wir den Kernpunkt unserer Tätigkeit bestimmen, indem wir aus der beruflichen Lehre alles entfernen, was für unsere Zwecke unwichtig und damit unbrauchbar ist Immer müssen wir als unser Ziel die Fertigkeit der Hand im Auge behalten. Laubsägearbeit, Untersätzchen, Bilderrähmehen, Kalenderrücken und Sachen dieser Art, ob aus Holz oder Pappe, wenn sie mit unzweckmäßigen und primitiven Mitteln (z. B. Feilen und Schleifen statt Hobeln u.s.w.) hergestellt sind, schalten von selber aus. Wir wollen aus der Fülle von Arbeitsmöglichkeiten nur diejenigen herausgreifen, die für unsere Zwecke Äm geeignetsten sind; auf zwei Tätigkeiten wollen wir uns beschränken: Auf Holz- und Papp arbeiten. Nur praktische Gegenstände, genau überlegt und, wo es notwendig, auch vorher gezeichnet, sollen angefertigt werden. 16"