Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 8-10 (5.1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 151 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berührungsstelen, genannt Rollen, und 2. durch Verschieben der Berührungsstellen, genannt Gleiten. Versuche (Kugel etc) zeigen, daß beiden Arten der Fortbewegung sich ein WiderstaEd (Reibung!) entgegensetzt, der beim Rollen geringer als beim Gleiten, bei glatten Körpern geringer als bei rauhen ist. (Je gennger die Reibung gemacht wird, desto länger wird der Körper in einem dem Anfangszustande nahen Bewegungszustande verharren. Idealer Grenzfall — unter Ausschaltung der Schwere —: Trägheit!) Eiklärungsversuch: Durch den Druck greifen kleine Vorsprünge, Rauhigkeiten, der Körper Ineinander, Beim Rollen werden sie in derselben Richtung auseinanderbewegt wie zusammengeführt, sie werden sich leicht wieder lösen, beim Gleiten werden sie seckrecht zur Druckrichtung gegeneinanderbewegt, sie müssen reißen oder den Druck überwinden. Reißen heißt einen Zusammenhang lösen, eine Kraft (Kohäsion) durch eine ändere überwinden. (Aktion gleich Reaktion 1) — Die Fortbewegung unseres Wagens, unterliegt also der Gesetzlichkeit der Reibung. Im Rollen wäre also die leichtere Art der Fortbewegung gegeben, wenn es eicht auf der anderen Seite seine besonderen Schwierigkeiten hätte: es bedingt Abwickelung und damit Drehung des kleineren Körpers auf dem großen. Der Wagen soll jedoch aufrecht bleiben. Aber noch allgemeiner zeigt sich die Schwieiigkeit des Rollens: Man muß vermeiden, die Gesamtmasse des Körpers so heben, um nicht auch noch die Schwere überwinden zu müssen, d. h. der Schwerpunkt (erklärungsbedürfng!) muß sich wagerecht bewegen. Das ist rollend nur möglich bei achsial-symmetrischen, d. h. Rotationskörpern. Man kann also Fässer rollen, aber keine Kisten. (Wann wird man dennoch Kisten kippen, wann schieben, wann kanten?) — Der Wagen muß also gleiten. Gleitende wie auch rollende Reibung können vermindert werden durch Glättung der Berührungs» fliehen: Polieren, Schmieren. Da nicht die ganze Straße geschmiert werden kann, wird durch Erfindung des Rades die gleitende Reibung an eine kleine, jwlieibare und schmierbare Stelle verlegt, an die Achse, zugleich an der Haupt« bcTührungsstelle Straße-Radkranz die geringere rollende angewandt. Schnee hat gegen das Eisen der Kufen sehr geringe gleitende Reibung; dagegen wurden hier Räder durch ihre geringe Berührungsfläche im weichen Untergrunde einsinken und sehr starke seitliche Reibung erfahren. Im Moor ist ein Fahrzeug unmöglich, da der Boden nicht glatt genug für Kufen, rieht fest genug für Räder ist. Eis ist glatt und fest, man könnte ghüben, daß es beiden Fahrzeugen gleich günstig ist. Das trifft nicht zu; hier ist die Reibung zu gering. Reibung wirkt nicht nur hemmend, sondern gibt andererseits auch die einzige Möglichkeit einer Einflußnahme auf den Bevrgangszustand durch ihre von uns abhängige Veränderlichkeit Wie liegt es Kit Schlittschuhen, Rollschuhen? — Man sieht leicht, wie hier Ansätze zu fielen anderen Fragen liegen. Alle Einzelheiten sind hier selbstverständlich ror schlagwörilich angedeutet. Im Dialog wird sich alles viel breiter entwickeln und vielleicht auch andere Bahnen gehen. Am praktischen Beispiel vi:d Physik am leichtesten und freudigsten begriffen werden. Hermann BlumenthaL 151