Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 8-10 (5.1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 150 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- ------------- " ' - " ------------------—. - ■ —^^.V - * .V.. ■ - . '•' •' •- •' ■ ■.' noch L o c ktöne und A n g s trufe und Hoistens nocfcvM* aijdereLaute, die dm Vogelpsychologen noch nicht deuten konnten. Am Anfang genügt nicht da* zufällige Hören der Stimmen auf Fahrt, sondern wir müssen umgekehrt zunächst einen bestimmten Vogel zu finden, zu hören, zu sehen und zu bestimmen suchen. Man lasse sich den Finken zeigen und präge sich seinen höchst einlachen Gesang, seinen Lockruf und den „Regenruf*, endlich das Aussehen des Vogels ein: Bald wird man erkennen, daß seine Stimme an dem Durcheinander der Vogelrufe den fiauptanteil hat. Man wird den Finken bald auch mit halbem Ohre noch heraushören, wird erkennen, daß er hoch, niedrig, hüpfend, fliegend singt, daß zwei sich rufen oder um die Wette singen u.s.w. Auf der Landstraße vom Chausseebaum herunter" vernimmt der Aufmerksame ein unermüdlich wiederholtes monotones Lied aus mehreren gleich hohen kurzen Tönen und einen längeren Schlußton, dem selten ein zweiter leiserer folgt AS an findet als Sänger einen schwach grünlichbraunen Vogel, der etwas größer als der Sperling ist: Die Goldammer. Man beobachte jetzt die Lerchen {Acker; im Fluge singend, eine lange, hoch zwitschernde Strophe). Ebenso suche man nacheinander Grünfink, Amsel, Meisen, den Zilpzalp zu erkennen. - Am Anfang ist es am besten, sich alles durch Geschultere persönlich zeigen zu lassen. Später, oder da, wo keiner etwas von Vögeln versteht, braucht man unbedingt das Buch von A. Voigt, Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen (Quelle und Meyer, Leipzig). Es dient uns zuerst zum planmäßigen Erlernen, später zum Nachschlagen und Feststellen. Durch jede erlernte Stimme schärft sich das Unterscheidungsvermögen und erleichtert sich so das Weiterlernen. Wir kommen so weit, daß aus dem Gewirr der Stimmen sich uns die unbekannten von den schon bekannten sondern. Dann ist es Zeit, Exkursionen zu machen, wie sie Voigt beschreibt. Wir gehen den unbekannten Tönen nach, suchen den Vogel zu sehen und nach dem Buch zu bestimmen. Man halte sich aber nicht so sehr an die Tabelle am Schluß als an die übrigen Angaben, die man im großen und ganzen schonim Kopfe haben muß. Am schönsten ist es, selbst auf die Suche zu gehen. Man nehme sich vor, durch das Buch z. B. den Pirol kennen zu lernen oder den »Karroktet* (Drosselrohrsänger); die Grauammer oder die Klappergrasmücke. Wenn Ihr schon in diesem Jahr lernt, — was von Mitte Juni ab noch zu lernen istl —. werdet Ihr das Kommen des nächsten Frühlings nicht nur sehen, sondern auch wundervoll hören können. Stefan CohR Beispiel zur Physik. Es ist die Frage aufgetaucht: Warum fährt ein Wagen auf Rädern, ein Schlitten auf Kufen? Was liegt vor? Es soll ein Gegenstand (Wagen) geg«* einen anderen (Weg) fortbewegt werden unter möglichst geringem Kraftaufwand. Die beiden Gegenstände sind gegeneinander gedrückt (Schwere!) Sie können sich nur gegeneinander bewegen 1. durch Senken und Abheben der 150