Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 8-10 (5.1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 144 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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seinem höchsten Punkte mit der Tradition des 18; Jahrhunderts verknüpft; dem* weit Jenseits des flachen Begriffes unserer Tage erhöht sieh uns hier zu ueuet Bedeutung der Bildungsgedanke der Goetheschen Zeit Die Bldung de* Menschen nämlich ist keine Bildung von der Art, wie sich ein Schnecke», haus oder eine Wolke bildet, nicht von der Art der Bildung des Kunstwerks durch die Hand des Künstlers, sondern da der Mensch in ganz unvergfeidilieber Weise unter seinen eigenen Händen, kraft der eigenen Einsicht Gestik gewinnt, so ist der einz gartige Weg, auf dem er durch das Binzeine zum Wdtganzen hin sich selber fruchtbar macht, der oben geschilderte Prozeß, darin die Wölbung ins Unendliche hin zu immer weiterem Umfange gedeiht und du menschliche Innen sich im Bewußtsein dieser ganzen Welt zu immer reicheret Sicht und Einsicht fuhrt, die Bildung des Menschen. Ist es also klar, dt£ jeder Stillstand, jede Endsetzung und Begrenzung das Aufhören dieses Prozesses der menschlichen Bildung bedeutet, so darf von hier aus nun auch der Gedanke auf Verständnis hoffen, daß kein historisch bedingtes Idealbild, daß kein endlicher Zweck, der ja stets nur einen kleinen Ausschnitt des unendlichen Kosmos in seinen Bereich einbeziehen könnte, die pädagogische Absicht befriedigt. Sondern der Mensch allein, der sich in voller Verantwortung seiner selbst als einet unendlichen Aurgabe bewußt wird, genügt den Grundsätzen der Erziehung. Das vortrefflichste Beispiel, wie einer diese Aufgabe ganz stark erfaßte, gibt wiederum Goethe. Denn er war es mehr als jeder andre gewohnt, mit den gleichen klares Maßstäben, mit denen er die Welt beurteilte, auch den eigenen Weg zu überschauen, das Förderliche zu tun, Schädtiches_jnit ruhiger Bewegung von sich zu weisen. Derart gestaltete er reifer stets von einer Höhe zur nächsten hinanschreitend, bewußt sich selbst, und wie er so in einem Bewußtsein das AH und sich übersah, traten beide wiederum zusammen und auf einer neuen Stufe erstand der griechische Kosmos, der das Ich, das Du und die Welt in eine? ewigen Ordnung umfaßte. So endete die Bildung des Menschen Goethe, in der sich ihm dieser Kosmos immer von neuen Seiten zu neuer Fülle auftat, nicht eher als sein Leben, indeß nun junge Geschlechter auf seiner Schöpfung bauend die Welt und sich unendlich weiter bilden. Wie aber dergestalt ei n Geschlecht von seiner Höhe dem kommenden den Weg zum Aufstieg weist, bietet sich dem überschauenden Blick das Büd der Erziehung: latnpadia echonUs diadosusüt aüetois. Norbert B1U.& Botanik. 1. Gegenüber der endlosen Möglichkeit von Pflanzenformec, die die Natur zu bilden im stände ist, wird die Schwierigkeit deutlich, einer solche« Mannigfaltigkeit Herr zu werden. Die Aufgabe wird daher sein, das ordnende Prinzip zu finden, nach dem das Zusammengehörige zusammenrückt und daf Entferntere sich von einander trennt Wir sehen an einem Baum den Stammt die Seitenäste, Blätter, die Nahrung bereiten, Blüten und Früchte, die ihn fo*** 144