Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 6-7 (3.1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 124 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2708691-2708699-2708703--250-2708985- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Arbeit in der -zic Jeder von uns hat schon einmal empfunden, daß die Hemmungen und die Ausnahmebedingungen, unter denen UDsereJugendbewegung sich entwickelt, ein Ausdruck der Schwäche der zionistischen Gesamtbewegung sind. Soll sie tragfähiger werden, so müssen wir es als unsere Aufgabe betrachten, überall, in allen Bezirken des Volkslebens, in bewußter Arbeit die Bewegung zu stärken, vorhandene Anfänge zu begünstigen, neue Bedingungen für zionistisches Leben und Palästinaentwicklung zu schaffen. Dazu bedarf es vieler Menschen, die ihr mit Hingabe dienen. Sehr vieler Menschen, denn vor unseren Augen löst sich die Bewegung in eine große Zahl einzelner Funktionen auf; größere und kleineie, wichtige ucd aushelfende Arbeiten, selbständige und untergeordnete, müssen ven ichtet werden. Und nur der, welcher eine solche Aufgabe als seine, den Kräften und Fähigkeiten entsprechende Arbeit übernommen hat, ist ein tätiges und mitschaffendes Glied der jüdischen Bewegung, ist mehr als ein Gast oder ein „Mitglied*. Mit allen Härten, allen Alltäglichkeiten, muß man durchaus diese Arbeit auf sich nehmen. Gerade die Jugend sollte das anerkennen. Wir kennen ja die — berechtigten — Aeußerungen der Unzufriedenheit der Jugend mit den ihnen bekannt gewordenen Teilen der Bewegung und der Organisation. Berechtigt sind sie nach der objektiven Sachlage, aber doch nicht immer berechtigt im Munde aller, die sie aussprechen. Freilich, unendlich vieles, was geschehen müßte, unterbleibt Wichtigste Kreise werden uns nicht erschlossen. Jede Ausführungist schwach, da nicht die genügenden oder nicht die listischen Bewegung. richtigen Ausführenden da sind. Di© Stimmung ist schlecht im Bewußtsein der eigenen Trägheit und Ohnmacht Denn erst dann werden Bewegung und Organisation besser sein, wenn eben wir diesen besseren Geist hineintragen, wenn wir selbst die Träger der Bewegung sein wollen. Hier sehen wir einmal unsere ungeheuere Verpflichtung, atderseits aber unsere spezifische Rolle Ich glaube, daß m unserra Kreise genügend Willige vorhanden sind, die das begreifen, und daß sehr viele Kräfte da sind, um manches auch praktisch zu ermöglichen. Der gegenwärtige Zustand macht die Leistung vieler Arbeiten besonders notwendig. Es ist daher wichtig, all dieses konkret zu fassen, systematische Durchführung zu versuchen, unsern Dienst nun auch wirklich auszuüben. Wir sind natürlich nicht die einzigen, die eine solche Verpflichtung anerkennen und heute bereit sind, aus dieser Anerkennung die nötigen Konsequenzen zu ziehen Auch wären weder wir noch andere Eimelgruppen allen Forderungen gewachsen. Aber in richtiger Ergänzung und in e i n e m z it schaffenden formalen Rahmen werden wir unsern Arbeitskreis und unsere Stellung finden. Es wäre wünschenswert, wenn sich die Bünde sehr eingehend mit dieser Frage beschäftigten und auch dieWege» die für sie in Betracht kommen, erörterten. Die örtlichen Verhältnisse, die Zusammen Setzung der Bünde, ihr innerer Zustand und die vorhandenen Kräfte verlangen Berücksichtigung. Darüber hinaus jedoch sind die meisten Aufgaben und Forderungen, die sich ergeben, zwar vielseitig, aber schoß 124