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Blau-Weiss-Blätter · 1921-03-01 · 6-7 (3.1921) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
6-7 (3.1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 123 (sequence 29)
Language
German
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zugehen versteM... Die Handwerker sind hier jreradeztr* trnverschämt. . . . Die Leute sollen doch nicht perfekte Handwerksmeister werden, aber sich bei kleineren Sachen zu helfen wissen. Also eine Kwuzah. Die kommt mal zusammen und redet und verteilt, ivie es geht wfis jeder als Spezialsache gußer 4dem Hauptberuf oder als Spexiaiberuf allein nimmt, z. B. Bienenzucht Dann verstreut sie sich ein Jahr, zwei Jahre, und jeder arbeitet gründlich. Bann geht man zusammen herüber (um hier naturlich zuerst noch keine Kwuzah zu bekommen) und arbeitet noch ein bis zwei Jahre hier einzeln, in Kwuzotb, bei Bauern, wo es was zu sehen gibt, um dann nachher wieder zusammenzukommen und in dauernder Arbeit an einem Punkt zu bleiben. Ihr müßt nicht denken, d2ß drei bis vier Jahre zur Vorbereitung viel ist Hier arbeitet man sechs bis sieben Jahre, bis man eine Kwuzah bekommt Und besser und mehr ist dort zu lernen. Die Unterschiede sind nicht allzu groß. Jedenfalls lebt man sich schnell ein. Und auf Zivilisation verzichten wird den Leuten hoffentlich nicht allzu schwer fallen. Seelisch oder geistig liegt die Sache sehr viel anders und schwerer. Und ich sage Dir ganz offen — es stellt Anforderungen an den Menschen. Und von unseren Leuten (die es nicht nötig haben rüberzugehen, zu fliehen oder aus Geldgründen usf.) werden nur die Starken bleiben. Man muß ohne jede Illusion herüberkommen. Feindschaft von Arabern, Feindschaft von Engländern, Verständnislosigkeit und Gegnerschaft bei einem großen Teil des Jischuw, Parteimacherei bei vielen Arbeitern. Kurz, wenig Orte, wo wirklich unseres Ver-_ Stehens irgend ein inneres Verhältnis möglich ist. Und wenn, dann hab ich nur unter den Kwuzoth und Lehrern Menschen gefunden, die einem innerlich irgendwie die Möglichkeit geben, ihnen nahe zu kommen. Das liegt an unserer zionistischen und menschlichen Erziehung dort (nicht etwa am Gegensatz zwischen Ost-und Westjuden dem Wesen nach). Zu den Sephardim vollends, ja, da ist'gar nix zu sagen, als der hier geprägte, schöne Ausdruck „Minche dawnende Araber". Menschen ohne Verständnis für alles, was uns wert ist, die den Zionisten sehr oft entgegenarbeiten- und lieber sähea, wir würden sie nie mit unseren meschuggenen Ideen aus ihrer Einträchtigkeit mit den Arabern stören, denen sie tatsächlich innerlich und äußerlich fast total assimiliert sind. Sonst ist es klär. Wenn man endlich an der Arbeit sitzt und von Partei und Vereinsquatsch endlich erlöst ist, fühlt man sich so frei und stark» daß einen alle die nur all zu trüben Horizonte nicht mehr stören. %Wenn wir arbeiten, erreichen wir, was wir wollen, aber nur darin, geschenkt wird nichts. Und uns Juden [und von England zuallerletzt 123

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