Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 6-7 (3.1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 116 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber die Ausbildungsmöglichkeiten ist kurz folgendes zu sagen: Jeder einzelne, der einen der eben genannten^ o4efc;einen ähnlichen Beruf ergreife» will, muß zuerst mindestens zwei Jahre praktisch arbeiten und dann erst auf eine der in Betracht kommenden Meisterschulen gehen, wo er sein Meisterzeughis erhalten kann. Gerade in Deutschland ist ein sehr gut organisiertes Netz derartiger Schulen vorhanden. Natürlich bleibt es jedem Einzelnen hierbei überlassen, sich nach seinem Geschmack zu spezialisieren. Selbstverständlich gibt es noch eine große Anzahl anderer technischer Berufe, die die meisten von Euch ja kennen und die für Palästina in Betracht kommen: Tischler, Zimmerleute, Sattler, Schlosser — sowohl Feinmechaniker als auch Reparaturschlosser —, Betriebselektriker ohne akademische Bildung. Diese Berufe sind ähnlich wie die schon erwähnten anzupacken. Zunächst regelrechte handwerksmäßige Ausbildung, Theorie, lesen von technischen Zeichnungen usw. in Abendschulen; dann in einem hiesigen gut geregelten Betriebe einige Jahre Praxis. Derartig Ausgebildete können späterhin als Maschinenmeister oder dergleichen in Palästina in vorhandenen Industrieen angestellt werden; Voraussetzung ist, wie ich noch einmal betonen möchte» eine ganz zuverlässige Ausbildung und eine sichere Beherrschung ihres Faches. Diese Worte sollen nur als Anregung dienen; ich hoffe, daß ihr Näheres über alle Einzelheiten bald bei dem soeben gegründeten Fachverband erfahren könnt. Berlin Willi Cohn Einiges über Erziehung zum Handwerk und die Ausbildung als Schreiner. Es 4st bei uns schon sehr viel über die gärtnerische, landwirtschaftliche Tätigkeit in Palästina und die Ausbildung zu diesen Berufen geredet und geschrieben worden. Die Erfahrung hat jedoch gelehrt, daß selbst bei ausreichenden körperlichen Kräften und dem besten Willen manche unserer Leute den Anforderungen, die an sie gestellt wurden, nicht gewachsen waren. Es wundert mich deshalb, daß nicht mehr unserer Jungen, und besonders die, welche aus irgendwelchen Gründen einen landwirtschaftlichen Beruf aufgegeben haben, sich dem Handwerk zugewandt haben, bei dem in gewissem Sinne eine Synthese von geistiger und körperlicher Arbeit besteht Einer der Hauptgründe, weshalb es so wenige unserer Jungen zu einem handwerklichen Beruf hinzieht, obwohl das Handwerk ganz sicher vielen von ihnen höchste Befriedigung bei weiter Entfaltungsmöglichkeit ihrer Fähigkeiten bieten würde —.liegt vielleicht in einer zu wenig auf das Konkrete gerichteten Arbeil vieler unserer Fuhrer innerhalb der einzelnen Bünde. Ich fühle mich nicht berechtigt, hier Vorwürfe zu machen, aber ich bin der Meinung» daß auch sie endlich das Ziel und die Arbeit, die zu diesem führt, klar vor Augen sehen und entschieden auf dieses hinarbeiten müssen und auch» daß man wissen muß, daß es Menschen, die vor der Berufswahl oder -Umstellung stehen» oft nicht wesentlich weiter bringt, wenn man mit ihnen Dinge wie indische 116