Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 6-7 (3.1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 115 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-Grad, ausgeführte Arbeiten In der Praxis; ferner ob er gewillt ist, an seinem Orte die weitere organisatorische Arbeit zu übernehmen. Alsbald werden sich die unter 1—4 genannten Arbeiten durch Rundschreiben erledigen lassen, in denen die Einzelnen ihre Erfahrungen und Wünsche austauschen, in denen Arbeits- und Lernmöglichkeiten besprochen werden; in denen über Notwendigkeiten Palästinas berichtet wird. Auch wird die Zusammenarbeit sich dann ergeben, sowohl mit den zuständigen Stellen in Palästina, als auch mit dem Verband judischer Ingenieure, der Berufsberatungsstelle des K J V., Jüdischen Bauunternehmern, und einem weiteren Kreise beratender Freunde, der Mahpecba, dem Arbeitsamt, den Cbaluzorganisationen anderer Länder. 1 Nürnberg. Martin Goldschmidt. Ueber Keramik. Es ist sehr schwer, s5ch schon jetzt ein genaues Bild zu machen von der Entwicklung Palästinas in den nächsten Jahren. Für den Fall, daß sich Erez Jisrael weiterhin unserer Hoffnung entsprechend entwickelt, können die unten genannten Berufe jedenfalls als aussichtsreich betrachtet werden. Ich mache'darauf aufmerksam, daß ich keine großen Theorien mit anschließenden Debatten entwickeln will, sondern ganz einfach reine Tatsachen gebe, weil ich es für meine Pflicht halte, unseren Jungens einen klaren Weg zu zeigen und ihnen reinen Wein einzuschenken. Die Ausführungen gelten nicht für Leute, die die Absicht haben, in einem oder „allerhöchstens" in zwei Jahren nach Palästina zu gehen, sondern für diejenigen, die tatsächlich die Energie und die Ausdauer haben, eine Lehre und Pjaxis von vielleicht 5 bis 6 Jahren durchzumachen. Eine der Grundlagen, die zur Besiedelung unbedingt et forderlich sind, . ist die Baustoffindustrie. Ihre Betriebe werden einen hervorragenden Platz im Lande einnehmen; so z. B. Ziegeleien, Kalkbrennereien, Zenent?abriken. und ähnliche Mörtelbinderfabriken. Bei einer modernen wissenschaftlichen Betriebsfuhrung wird schon hierzu ein ganzer Stab von Handwerkern und Meistern nötig sein: 1. Für Ziegeleien und ähnliche Betriebe: Brenner, Ziegelmeister in den verschiedenen Spezialgebieten der Grobkeramik (Ziegelei); daran wird sich noch eine Reihe von Töpfereien anschließen, so daß auch zu nennen wären: Töpfer und zwar auf der Drehscheibe angelernte (eine, äußerst interessante und abwechslungsreiche Tätigk^^^^ Töpfermeister, Glasierer, Glasurmeister; wenn sich dann diese Industrien weiter ausgebildet haben, kommen Fachleute aus der Fayence-Industrie in Betracht, besonders wieder Töpfer und Glasierer mit ein wenig Kunstgewerbe als Nebenausbildung. 2. Für die Zement-Industrie: Brennmeister, Maschinenmeister, Ueberwachungsmeister usf., die in ähnlichen Fabriken schon mehrere Jahre gearbeitet haben und die ganze Herstellung und auch etwas Theorie beherrschen. Das Gleiche gilt auch für die Kalkbrennerei. — Mit Absicht erwähne ich nicht die Chemiker (als akademischen Beruf) und die übrigen „akademischen Berufe*, da wir bereits heute.eine große Anzahl von akademisch gebildeten Leuten haben. ■HR"