Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 6-7 (3.1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 111 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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z. B. Zimmerei oder Ausfuhrung von Betonschalarbeiten, oder Betonieren oder Zementieren, Ramm- oder Baggerbetrieb, Wegebauten. Weniger empfehlenswert sind als Lehrbetriebe: Wasser-, Uferschutz-, Kultur bauuntemehmungen, weil bei diesen nicht ein Handwerk für den Emzelnen, sondern schon eine Synthese aus mehreren in Fiage kommt Deshalb sind auch geeignetere Lehrstellen als Bauämter, die in eigener Regie arbeiten, kleinere Baüunternehmungen, selbständige Meister, die ihr Fach kennen Die größeren Arbeiten und die Arbeiten bei den Aemtern erst für Ausgebildete, die ihren Gesichtskreis erweitern wollen 1 Hat' man das Handwerk erlernt und bereits eine gewisse stärkere Fähigkeit gewonnen selbständig zu disponieren, dann kann die Ausbildung einen Schritt weiter gehen; als nächstes Ziel Vorarbeiter zu werden, oder auch Techniker, will sagen untergeordneter, nicht vollwertig wissenschaftlich ausgebildeter Ingenieur. Nunmehr ist nicht mehr die einzelne Arbeit, sondern der Zusammenschluß verschiedener Arbeitszweige zu einem Arbeitskomplex (sachlicher Gegenwert dieses Vorganges „Arbeitskbmplex" ist der „Bauwerksteil"), der Baubetrieb, der Lerngegenstand. (Baugewerksschule und Baustelle im Wechselkms). Nur wer noch größere Fähigkeit hat, diese ganzen Dinge zu durchschauen, der schaffe sich auch noch eine gediegene wissenschaftliche Theorie über den Baubetrieb sowohl als über seine naturwissenschaftlich-mathematischen und. Ökonomischen Bedingungen (Technikum und Baustelle im Wechselkurs). Noch ein Wort, warum Technikum: 1. es verlangt kein Abiturium, was Zeitersparnis bedeutet (man bekommt den „Schmiß" im Handwerk als älterer Lehrling schwer); 2. es geht mehr von der Praxis aus; 3. es verlangt handwerksmäßige Baupraxis; 4. kann man sicher sehr bald ohne weiteres nach vier Semestern Besuch eines staatlichen Technikums auf der Hochschule nach vier Semestern das Diplomenexamen bauen. Der Einwand, es wurden so Facb- * bonzen großgezogen, fällt dadurch, daß das Streben, wenn nicht der Bildungsinstitute so doch unserer Berufsorganisationen, von denen noch die Rede sein wird, dahin gehen muß, im Kleinen den Teil des Ganzen zu zeigen. Der bisher übliche Weg Ingenieur zu werden, vernachlässigt erheblich die praktische Ausbildung, betont dagegen die theoretische, natuTwissenschafllich-betriebswissenschaftliche Seite. Ein sicheres konstruktives Gefühl, Sicherheit in der Betriebsführung erreicht man so sehr viel schwerer als auf dem andern Wege, der dazu noch tine Auslese 'der geeigneten für die ihnen gemäßen Arbeitsgebiete ermöglicht Diese Ausbildung dauert lange; aber ohne diese Dauer gibt es keine tüchtigen Fachleute. Deshalb kasn vor Utberhastung nicht genug gewarnt werden! In diesem Zusammenhange noch ganz allgemein etwas über die Arbeit, zumal mechanische und körperliche. Falsch scheint es mir, mit Romantik an diese Dinge heranzugehen und dieselben mit irgend einem Nimbus zu umgeben. Schwere körperliche Arbeit und ebenso andauernde mechanische Verrichtungen verlragen keine Romantik; wer' mit Erwartungen wie „Erdgebundenheit" usf. an diese Sache herargeht, wird enttäuscht werden und umlernen müssen. Doch so verzweifelt, wie es jetzt wohl scheinen will, liegen die Dinge nicht. * Zwar ist jede lange, andauernde Arbeit, die nur körperlich anstrengend °<fer gar rein mechanisch beaufsichtigend ist (etwa Bedienung tadellos ausge-