Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 6-7 (3.1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 110 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ausführung dieser Dinge sind die Arbeiter tüchtig, wissen auch, wie das Einzelne der verschiedenen Bereiche sich zusammenbaut .Den Zusammenbau zu veranlassen, ist rieht ihre Sache, sie fuhren ihn unter Anleitung aus»Vvieder innerhalb ihres Bereiches frei schaltend. Ueber den Betriebs- und den Projekiieruiigsingenieur ist das Wesentliche schon gesagt. Wir sehen also eine Reibe von Menschen, alle sachlich verknüpft durch die Arbeit an einem durch bandwerksähnliches Schaffen entstehenden Werk« Eine Abstufung ist vorhanden im Grade der handwerksmäßigen bezw. geistigen Beschädigung. Je mehr wir uns vom Arbeiter zum Ingenieur hin entfernen* desto mittelbarer wird die Beziehung zum Handwerk; desto mehr vergeistigt die Tätigkeit, desto kompliziertere Verhältnisse sind zü überblicken und in Einklang miteinander zu bringen, desto größer ist die Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten, zwischen denen zu wählen ist; gleichzeitig die Entscheidungen auch bedeutungsvoller, sowohl was deren Art als auch was die Größe der Beteiligtenzahl angeht. Dies ist selbstverständlich nicht so aufzufassen, daß der Ingenieur sich ständig in höchsten geistigen iSphären bewegt. Auch seine Tätigkeit hat so manche Wüstenei rein mechanischer, uninteressanter Arbeiten» die nun einmal erledigt sein müssen; aber er kommt meist früher oder später doch darüber hinaus zu umfassender Tätigkeit. Je mehr man sich vom Arbeiter entfernt, desto mehr muß man also fähig sein, die immer verwickeiteren Zusammenhänge rein technischer Vorgänge, aber auch die wirtschaftlichen, politischen Zusammenhänge zu erfassen und zu benutzen, auszuwerten. Der Arbeiter kann auch ohne dies seine Arbeit gut machen. Erst wem der Kulturzweck bezw der kulturelle Wert oder Unwert mit Motiv geworden ist, erst der ist wahrhaft Ingenieur; er wird wissen, wohin die Entwicklung geht und sich nicht blind vor ihr treiben lassen, sondern auch bremsen und fördern können aus menschlichen Erwägungen. Er wird auch Mittelpunkt seiner Arbeiter sein wollen, d. h sich für sie verpflichtet fühlen und etwa versuchen, auf die politische Auswirkung und naturwissenschaftliche Bedingtheit aller ihrer Arbeiten hinzuweisen. Ausgangspunkt ist nnd bleibt jedoch die gute und zweckmäßige Ausführung einer Sache. Und diese ist nur möglich* wenn jeder die Handwerke^ die für seinen Tätigkeitsbereich in Frage kommen, möglichst gründlich kennt Ganz klar beim Handwerker. Ebenso kann der Vorarbeiter seine Leute nicht richtig ansetzen und 2U. Spezialaiheilen anleiten, wenn er nicht sein Handwerk beherrscht. Aber ebenso wenig kann der Ingenieur als Bauführer eine Arbeit wahrhaft beurteilen und Anordnungen treffen, die wirklich sitzen, kann der projektierende Ingenieur aus den unendlich vielen Möglichkeiten die eine richtige auswählen, ohne gründliche Kenntnis der Verfahren. Er braucht natürlich nicht jedes Handwerk erlernt zu haben, eines genügt. In ein zweites verschafft man sich vielleicht noch Einblick durch einen kurzen Ausbildungggang etwa auf ' einer Fachschule. Dann haben fast alle Handwerke so viel Aehnlichkeit, daß aus dem einen heraus man die anderen geistig weitgehend genug erfaßt Ueber die Ausbildung für Tief-, Ingenieur-Hochbau und •Kulturhochbali wäre danach folgendes zu sagen: Jeder, der irgendeinen technischen Beruf ergreifen will, fange mit spätestens 16 Jahren* ein Handwerk an und treibe das einige Jahre hindurch. Allerdings nicht als Handlanger» sondern als Lehrling, 110