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Blau-Weiss-Blätter · 1921-03-01 · 6-7 (3.1921) · p. Seite 112

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
6-7 (3.1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 112 (sequence 18)
Language
German
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arbeiteter auf hohe Leistung zugeschnittener Arbeitsmaschinen) auf den ersten Blick sehr übel und bleibt es, wenn sie auch weiter gedankenlos und gedankenleer getan wird Und dieser Gefahr zu entgehen, ist tatsächlich nicht so ganz leicht Nun ist aber doch auch jede körperliche Arbeit ein zeitausfüllender Voif*ang. Noch mehr — es wiederholen sich gleiche Verrichtungen, gleiche Bewegungen in irgend einer Regelmäßigkeit, so daß ein Rhythmus entsteht. Hat man das erfaßt, so hat man schon ein Erstes: Wesentlich ist dabei nach meiner Erfahrung nur, daß das Tempo der Arbeit sich nicht richtet nach dem Bedürfnis einer Maschine sondern, daß der arbeitende Mensch es angibt. Nun ist der Rhythmus nicht nur vorhanden und versetzt den Körper periodisch in Schwingungen (An- und Abspannung), sondern er ist in hohem Maße fähig, den Gedanken als Stütze zu dienen, die sich um diese Stütze ranken. Dies ganz abgesehen von der Befiiedigucg, zu sehen, wie durch meiner Hände Arbeit, durch meine ehrliche Anstrengung, meine Sache so gut wie möglich zu machen, etwas entsteht, das sich zusammenfugt mit Werkteilen, die an anderer Stelle entstanden sind, auch noch unter meinen Augen, und wie das Ganze nun heraustritt aus diesem kleinen in weit größere Kreise und dort wirkt Doch darüber ist wohl schon genug Allgemeines gesagt worden; nur einen mir bekannten lebenden Arbeiter will ich als erläuterndes Beispiel anführen. Er hat angefangen als ungelernter Kolonnenarbeiter beim Bau von Telegraphenleitungen; dann erlernte er. weil ihn diese Dinge sehr interessierten, Feinmechanik, er verstand sich nachher nicht nur vortrefflich auf die sämtlichen üblichen Apparate, die er sachkundig und als sehr geschickter Handwerker zerlegen und nach der Reparatur wieder tadellos zusammenarbeiten konnte, sondern hatte sich dabei wirklich gute Kenntnisse auf dem Gebiete der Eiektrizitätslehre angeeignet. Dies scheinbar lächerlich-banale Beispiel zeigt uns einen Mann, der den engen Kreis, in dem er vorher gearbeitet hat, durchbrochen hat: Er bat gelernt, die Kleinigkeiten, die er trieb, in einem größeren Zusammenhange zu sehen, und das hielt ihn davon ab, Berufsphiiister zu werden Wie weit nun ■ der äußerste Kreis, der das Berufsleben umspannt, gezogen wird, wieviel vom ganz großen Geschehen mit in die Betrachtung, damit auch in den Rahmen der beabsichtigten Zwecke einbezogen wird, das hängt natürlich ganz vom Einzelnen ab. von Lust, Begabung, Energie usf. Nun zu den speziellen Anforderungen Palästinas. Eins ist sicher. Die Fachrichtungen, die hier gebraucht werden, zumal als bodenständige Gewerbe, hängen sehr davon ab, wie der Aufbau geschehen wird, welche Wirtschaftsfonn erstrebt wird usw.; der andere maßgebende Faktor ist, welche Bedingungen das Land gibt, weiche Rohstoffe und Energiequellen zur Verfügung stehen» (Der Wissenschaftszweig, der sich mit der Erörterung dieser Verhältnisse und Wechselwirkungen befaßt ist die Standortfehre.) Es ist jedoch außer Zweifel, daß alle diejenigen Fächer nötig sind, die sich sowohl mit der Schafhing von Wohngelegenheiten und von Vorratssammelstellen, sowie mit deren Instandsetzung befassen; ferner die mit der Erschließung des Landes für Landwirtschaft und für Gewerbemöglichkeiten und schließlich mit der Instandsetzung aller Dinge, die man im täglichen Leben braucht, in Beziehung stehen, lieber die ersten Fachgruppen wird hoffentlich ein Architekt bald schreiben. Zur letzteren gehören äußer Schustern, Schneidern usw., an denen wir wohl keinen 112

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