Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 6-7 (3.1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 106 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Unserer Erziehung, die sicherlich tiefer schürfen mag,, fehlt noch die Breite und Allgemeinheit, über die die Boy Scout Bewegung verfügt. Die Sinne unsrer Jungen sind noch nicht immer wach, der Körper wird nur selten beherrscht, die Hand ist nur düif lig ausgebildet. Und eine tüchtige Portion von dem frischen Qeist jener Selbstdisziplin, Straffheit und Gewandtheit von der natürlichen Achtung vor Wut, Entschlossenheit, Tatkraft und ihrer Gewinnung, besonders aber von dem Verlangen von Leistungen könnte uns allen recht gut tun. Hierzu erzieht man nicht durch Verweis und ärgetliehe Moralpredigt, auch nicht durch gewaltsame und hohe Forderung, sondern einzig und allein durch die Stetigkeit praktischer Uebung, für die das Hauptwerk eine Fundgrube bedeutet Daß diese Stetigkeit nicht früh genug beginnen kann, versteht sich von selbst, und es ist sicher, daß gerade für die Erziehung der Jüngsten außerordentlich viel für uns von der englischen Bewegung zu lernen ist. Ein Aufsäte kann das Buch nicht ersetzen; daher muß selbst die Skizzierung solcherUebungea unterlassen werden. Benutzt werden kann alles, was sich auf die Entwicklung des Beobachtens (Spurenlesen. Zeichenlesen, Entfernungschätzen, Nachtgeräusche usw.) und ein Teil von dem, was sich auf die Heranbildung dei Geschicklichkeit bezieht. Auch die Spiele, Schleichspiele, Spurenspiele, Spiele in der Stadt, im Zimmer, in der Nacht und im Winter, Spiele für Radfahrer und zur Steigerung der Kraft sind für uns ebenso brauchbar wie großangelegte Kriegsspieie. Die romantische Phantasie, sich in die Rolle der eigenen Partei und den Spielplan einzufühlen, wird allerdings unseren Jungen in der Regel abgehen; dennoch kann die Freude am Boy Scout Spiel sehr leicht erweckt werden. Dieser Aufsatz ist ein praktischer Vorschlag. Nichts anderes liegt ihai zugrunde, als die Absicht, unser Leben immer größer und reicher zu machen. Zweiflern, die in ihm eine pessimistische Grun istimmung unserm Dasein gegenüber etwa dort erkennen könnten, wo an Schwächen des Blau-Weiß gerührt wurde, sei gesagt, daß es richtig ist, über das zu Sprechsn, was uns fehlt, daß es aber überflüssig ist, von unseren Vorzügen und dem, worin wir den Boy Scouts überlegen sind, vorzutragen. Bemühen wir uns nur getrost, von ihnen da zu lernen,r;wo wir lernen können und es wird sich sehr bald erweisen, daß wir selbst um viele neue Möglichkeiten bereichert sind. Breslau.4. Bothrio Kephalos. Technische Berufe und Berufsvorbereitungi Um etwas über technische Berufs zu sagen — Technik verstanden, soweit sie die im Leben stehenden materiellen Tatsachen schafft, das Erkenntnis-» ForschUDgs- und Lehrgebiet technischer Wissenschaften als Beruf bleib© außer* halb der Betrachtung — gehtf ich auf das Wesen der Technik ein. »Technik ist der. starke Arm der Wirtschaft" (v Gottl. Otliiienfeld). Das will sagen: die Technik schafft neue Tatsachen, neue Dinge und erdenkt neue Verfahren, dis <3azu dienen, mechanische Bedingungen des Wirtschaftslebens (Erzeugung und -^^ßüiirijLjiejr^^ und des darauf sich aufbauenden Gesellschate»