Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- 4-5 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Mesha 1× ep/1006058
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ahnen kann. Die Zeitung sagt manches. Und die allgemeine politische Lage ist noch viel schlimmer. Kurz, Leute, tier Zionismus hat noch keine schwerere Zeit gehabt als diese. Und alles Folgen der hohen Politik. Hätten wir wie die alten (ChoweweZion einen nach dem anderen, Geld und Leute, ins Land gesetzt, hätten noch 100000 bis 200 000, dann könnten wir auftrumpfen, so schiebt man uns lächelnd beiseite, wir sind eben kein Faktor! Stundenlang könnte ich euch erzählen, aber es geht nicht. Neulich verirrte ich mich in den Dünen am Meer, ging drei Stunden bergauf und -ab durch trostloseste, einsame, menschenleere Sandwuste, keine Spur von Leben. Wieviel Land liegt da begraben. Dschemal Pascha gab esRischoh zur Bebauung — Städte, Glasfabriken usf. Auf die große Demonstration hin wurde es Rischon genommen, um den darauf wohnenden Arabern nicht 4ie Lebensmöglichkeit zu nehmen. Jetzt schwebt die Sache. Jene werden nichts tun, mag es dem Land gehen wie es will, wenn bloß die Juden nichts kriegen. Ihr wißt nicht, wie bitter es ist, Eure Briefe zu lesen, Euren Glauben, Euren Willen zu sehen und hier zu wissen, wieviel JUusion dabei ist. Ich muss Euch sagen, es ist bitter, hier zu leben und man muß ganz verdammt die Zähne zusammenbeißen. ~ Nur das Resultat noch: Hol der Teufel alle Politik, alle zionistische Arbeit bis jetzt, Menschen müssen her und Geld auf jede Weise. Was wir selbst uns nehmen, das haben wir. Geschenkt gilt nicht! Von Methuliah, Tel Chaj, Chamarah steht' kein Stein mehr, alle Leute sind gefluchtet. Daganiah, Erew Pessach 1920, Was ist das für ein wunderbares Stück Erde hier, und es gehört wirklich uns. Dicht bei einander liegen die Farmen, Dörfer, Kwuzoth. Wenn man auf dem Berge steht in Poriah, sieht man dicht Dagania, Kinereth, Betbania, dann, weiter Melhamia, Jemma, Beth Gan und wie es alles heißt, Felder und Pflanzungen, und durch die weite Ebene der Jordan, der grünlich-blaue reißende Strom, und in den Bergen der weite Spiegel des Kinereth, im Hintergrund der schneebedeckte Gipfel des Hermon. Daganiah. Es ist ganz wunderbar, was die Leute hier in zehn Jahren geschaffen haben. Die Farm selbst: neue, praktische und schöne saubere Gebäude. Ein wunderbarer Garten, Zypressen und Palmen, - Pflanzungen, ein Wald von Eukalypthus. Wirklich reich ist alles. (Daganiah ist die einzige Kwuzah ohne Defizit.) Und dann die Leute: fast alles Menschen, die lange hier arbeiten, von einer Sicherheit, einer Ruhe und Freundlichkeit, die ich sonst nur selten gefunden habe. Merchawiah ist viel größer angelegt, viel reicher gebaut, und macht doch keinen organischen, so reichen Eindruck. Obgleich es auch dort viel, viel Schönes gibt. Von dort aus ging ich nach Nazareth, einem wunderhübschen in den Bergen gelegenen Städtchen, sauber und reiche lieh % bekiöstert. Keine Juden dort natürlich. Dann war ich auf dem Tabor. Auch dort auf dem Gipfel zwei Klöster. Es war doit sicher in Vorzeiten eine alte Festung, ein tiefer, breiter, in Stein gehauener Graben, um den ganzen Gipfel alte Mauerreste. Wundervoll der Blick von dort über die Ebene JesreeL Undicht am Fuße liegt unsere Kolonie Mescha. Regelmäßig gebaut und bald eingegrünt, weiter nach Nazareth zu liegt Tel Addas. Da wohnen die Arbeiter der Kwuzah mit Arabern in einem Häuserkomplex. (Die Kauf Verhandlungen sind 87