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Blau-Weiss-Blätter · 1921-01-01 · 4-5 (1.1921) · p. Seite 67

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
4-5 (1.1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 67 (sequence 13)
Language
German
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lieh keil des Virtuosen zu arbeiten, wenn er keine andre Beförderung und Lohn, als den Schulstaub sieht, so muß er um sein Schicksal erträglich zu machen, sich in eine Schulfalte legen, er whd ein Handwerksmonarch in seiner KUsse, und ein pöbelhafter Oekonom in seinem Hause; — seine eigne, enge Sphäre gibt ihm dies System ein, das den elenden Grundsatz zum Mittelpunkt hat: die Welt gehe wie sie will, ich thue das Meine so hin — Immer elende Schulen, die so bestellt sind! — Und-sie sollen Planzstädte des gemeinen Wesens seyn — in ihnen sollen zarte Reiser gezogen werden, von so steifen Händen — von hier soll unsre Republik nach uns kommen, aus ungebildeten Händen, die wie Epimetheus die Schöpfung verderben; die Kinder sollen den Lehrer lieben, den ihre Väter nicht achten, weil sie ihn bezahlen — sie sollen hier Grundsätze zu leben Jemen, wo sie sich an allen Grundsätzen verekeln — Elender Staat! — Nein! m. H, wenigstens aus Patriotismus zeichne ich ihnen ein ander Bild, des Lehrers der Gralie, sollte es auch nur ein Idealbild als Plafons Republik seyn, das nie in allen seinen Theilen erscheint; — selbst ein solcher Traum ist schön und für Lehrer und Schüler und das Publikum das mit beiden umgeht, voll Maximen. Einsicht und Tfreue sind die beiden Edelgesteine, die den Amtsschild eines Lehrers schmücken, (wie das Brustschild des Aarons) in dem er die Namen seiner Kinder gleichsam wie Aäron auf dem Herzen trägt. — Was bedeuten aber diese Wörter? — Ist Einsicht so viel als ein A11 as an Gelehrsam keit, der ihn drücken muß? Nein! eine unendliche Menge Kenntnisse würde ihm in Ansehung der Bildung der Jugend mehr entgegen, als nutzbar seyn. — Zerstreut in alle vier Winde der Welt würde er sich aus dem Kreise von Jünglingen verlieren, in seine eigene gelehrte Plane vertieft würde er sie mit dahin reißen und verwirren, oder ihre Bildung vergessen. Spannen sie einen Adler vor den Gängelwagen eines Kindes; er wird s<ch entweder losreißen, oder wenn ihn seine Begeisterung hebt, -den Wagen mit sich unter die Sterner führen, und das Kind herausstürzen. — Nicht eigentliche Gelehrsamkeit, aber Talente, Talente muß ein Schuüehrer haben, um leicht und doch gründlich, ganz and doch spielend seinen Lieblingen die Wissenschaften einzuzaubern. Und dies ist die Gratie, ohne die er immerein unvollendeter Lehrer bleibt. Er sey so gründlich wie er will, hat er dabei nicht den Anstand, den Vortrag, die Annehmlichkeit, — er ist kein Lehrer der Jugend. — Betrachten Sie den Lehrer in seinem V erb ältniß: er tritt in den blühendsten Kreis der Jünglinge; ihre Zeit ist das Alter, wo sich die Fähigkeiten entwickeln, um den Reiz der Wissenschaften zum erstenmal zu empfinden, die Jugend ist gleichsam der Morgen der Jahre, wo man alles Reizende doppelt «uipfindet, und Mos Reize empfinden will. Setzen Sie nun unter sie einen #ann von Zwang; die Jugend wird seine Gesellschaft wie ein Joch fühlen, sich ihm entziehen, Lasten fühlen, und seufzen; denn sie sieht keine Reize: Dei dem Lehrer, bei den Wissenschaften. — Der Jüngling wollte durch Lustgenide des Paradieses wandern, und der Lehrer mit Frost bedeckt, führt ihn ^oer Schnee und Eis; wie gerne will er seine Hände los winden, um sich einen andern Führer zu suchen; aber — vergebens; — nun wohl denn! so ent-

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