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Blau-Weiss-Blätter · 1921-01-01 · 4-5 (1.1921) · p. Seite 59

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1920-1921)
Issue
4-5 (1.1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 59 (sequence 5)
Language
German
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und Fragen des alltäglichen und stündlichen Blau-Weiß-Lebens herbei, wollten mitgeteilt und verstanden sein, und liefen, so ernsthaft angesehen und untersucht, fmmerjtuf das eineProblejm heraus, das der E r 2i eh u n g. Damit war aber auch der ordnende Gesichtspunkt gefunden, unter demdie Arbeit der Fuhrer stehen mußte. Aus der praktischen und systematischen Durchdenkung des Begriffs Erziehung, der Arbeit eines halben Jahres, erwuchs die Grundlage des erneuerten Bundes. Blau-Weiß und Führen wurde ganz neu und ganz belebend gesehen, die ganze Tragweite und Verpflichtung des eigenen Handelns gefühlt, und mit freudiger Spannkraft ging der Führer an seine Arbeit, an den Zug. Zugleich aber war damit ein fester Kreis der Führerschaft entstanden. Von ihm ging alles aus, über die Führer auf die Züge; in ihm strömte aber auch alles wieder zusammen« und so wurde hier der eigentliche Quell- und Mittelpunkt des Bundes geschaffen. Die Grundlage, auf der der Bau unserer Bünde ruht, die sich in dieser Kräftekefte: Führerschaft —Zug — Führerschaft — ausdrückt und immer wieder erneut, diese Grundlage war wiedergefunden, um nicht mehr verlassen zu werden. Ihr werdet das alles für banal halten, aber es ist nur deshalb banal, weil es in einem gesunden Bunde selbstverständlich und alltäglich gelebt wird. Dennoch muß das alles wieder gesagt werden — es gibt nichts anderes, was gesagt werden könnte — um zu zeigen, daß in diesen Dingen unser Glück: und unsere Stärke liegt. Wie kann es denn kommen, daß eine Führerschaft, die stark war, zusammenfiel und damit der ganze Bund gefährdet wurde? Eben weü die Führerschaft stehen geblieben und dem Gedanken entfremde! war, daß man an jedem Tage vor neuen Aufgaben steht und daß ihr Leben nur darin besteht, sie zu lösen. Es kommt, sicherlich betrifft es nur die größeren Bünde, in der Entwicklung der Punkt, wo neue Menschen, jüngere Führer in den Kreis hereinkommen, und immer dann muß es zu Mißhelligkeit und Zerspaitung führen, wenn die alten Führer die Bedürfnisse der Hereingekommenen nicht herausfühlen und deren Befriedigung nicht zu ihrer Aufgabe machen. Und welches sind diese Bedürfnisse? Immer doch wieder die Klärung jener banalen und primitiven Zusammenhänge und Tatsachen, die unser Leben ausmachen. Sicherlich bedarf es eines inneren Taktes und einer frohen Bereitschaft, um das scheinbar längst Gewüßte wieder hervorzuholen; aber ohne diese Elastizität, sich einzustellen und das Uralte immer wieder als das Neue zu empfinden, gibt es keine Entwicklung. Dabei fällt mir eine allgemeine Bemerkung ein, die ich schon hier aussprechen will: die Aelteren werden immer 'ihre eigenen Fragen haben, und es wird immer sogar so sein, daß sie bis zum Platzen von ihnen ausgefüllt werden. Man denke nur an die Entscheidungen, die mit Berufswahl und -Umschichtung zusammenhängen. Aber immer dort, wo sie das Gesicht des ganzen Lebens bestimmen, wo Probleme, Schwierigkeiten und Nöte bis in die letzten Winkel der Züge getragen werden, da ist es selbstverständlich, daß die Züge darunter leiden, und der Schwerpunkt bedenklich verschoben wird Die rechte Freude am Wandern wird meistens abflauen und alles recht eigentlich veidumpfen, öm nichts anderes handelt es sich hier wieder, als daß jenes Prinzip der Aufgabe, von dem die Rede war, nicht «mehr im Bewußtsein lebendig ist. Und aun komme ich zu Dingen, die, wie es den Anschein hat, am meisten . banal sind.

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